Die Aktienkultur der USA

Published on 08. June 2020
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Die Aktienkultur der USA

Es ist kein Geheimnis, dass Privatanleger dazu tendieren, bei der Aktienanlage heimische Unternehmen zu bevorzugen. Dieses Phänomen ist als Home Bias (Heimatmarktneigung) bekannt. Dabei lohnt sich ein Blick über den Tellerrand hinaus, nicht zuletzt aus Gründen der Diversifikation. Da die weltweite Verbreitung des Coronavirus in den letzten Wochen zu einem Markteinbruch mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit und Volatilität geführt hat, beginnen Anleger derzeit wieder vermehrt damit, nach langfristigen Investitionsgelegenheiten Ausschau zu halten.

In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die US-amerikanischen Aktienmärkte und besprechen, welche Chancen und Vorteile damit auch für den hiesigen Aktionär verbunden sind.

Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt. Auch die Anzahl an Unternehmen, Branchen und Sektoren, in die mit Aktien oder ETFs investiert werden kann, ist in den USA größer als anderswo.

Vergleicht man das Anlageverhalten von privaten und institutionellen Anlegern aus Deutschland und den USA, so stellt man schnell fest, dass in den USA eine deutlich höhere Aktien-Affinität herrscht. Während hierzulande private Aktionäre nicht selten als wagemutige Hasardeure wahrgenommen werden, ist das Aktiensparen für die eigene Altersvorsorge für Amerikaner eher die Regel als die Ausnahme.

Allein aus diesen Gründen scheint es nachvollziehbar, dass sowohl bei Unternehmen wie auch vonseiten der Politik und Gesellschaft, Aktionäre einen höheren Stellenwert genießen und deren Rechte und Interessen eine wichtige Rolle spielen. (Man denke bspw. an die geplante Finanztransaktionssteuer, welche insbesondere Privatanleger benachteiligen würde.)

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Dividendenkultur amerikanischer Unternehmen

Eine weitere Folge einer langjährigen und lebendigen Aktienkultur ist die Dividendenpolitik amerikanischer Unternehmen. In den USA schütten Unternehmen üblicherweise quartalsweise eine Dividende aus, einige Unternehmen sogar monatlich.

Außerdem legen zahlreiche Unternehmen Wert auf stetig steigende Dividenden. Darunter finden sich viele Unternehmen, die auch bei starken Kursrückgängen wie während der Finanzkrise oder aufgrund des aktuellen Corona-Crashs keine Dividendenkürzungen vornehmen und über Jahrzehnte hinweg die Dividendenausschüttungen erhöht haben.

Für wertorientierte Anleger finden sich in den USA zahlreiche sogenannte Dividendenaristokraten. Deren Dividendenrenditen sind übrigens als Folge der gefallenen Aktienmärkte derzeit teils wieder deutlich angestiegen.

Was die Besteuerung von Dividenden amerikanischer Unternehmen betrifft, so fällt eine reduzierte Quellensteuer von 15% an, die jedoch mit der Abgeltungssteuer verrechnet werden kann, da zwischen den USA und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Somit entsteht keine zusätzliche Belastung.

Wachstums­märkte und Zukunfts­technologien

Neben Einkünften durch Dividenden spielen Wachstums-Chancen für viele Anleger eine wichtige Rolle bei der Aktien-Auswahl. Auch wenn vielleicht ein glückliches Händchen notwendig ist, um die nächste Apple-, Netflix-, Google-, oder Amazon-Aktie zu finden – Fakt ist, dass in den USA mehr Unternehmen ansässig sind, die in den nächsten Jahren von Zukunftstechnologien und Wachstumsmärkten profitieren könnten (und auch in den letzten Jahren profitiert haben) als bspw. in Deutschland.

Auch die aktuelle Situation, in der Unternehmen darauf angewiesen sind, dezentral und in Home Offices zu arbeiten, dürfte dazu führen, dass es zu einem Digitalisierungs-Schub in der Unternehmenslandschaft kommt, wovon vermutlich primär die amerikanischen Tech-Unternehmen profitieren werden.

Wer von der Entwicklung einer bestimmten Branche oder eines Sektors profitieren möchte, dabei aber nicht auf ein einzelnes oder wenige Unternehmen setzen möchte, der kann mit Sektoren- und Branchen- ETFs in einen Korb von Aktien investieren.

Währungsrisiken und Währungs­diversifikation

Amerikanische Aktien werden primär in US-Dollar gehandelt. Für den Privatanleger, der Einkünfte und Ausgaben in Euro hat, ist dies Chance und Risiko zugleich.

Bei einer deutlichen Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro wäre ein Investment in US-Aktien (und somit ein Investment in den US-Dollar) mit negativen Folgen verbunden. Bei einer Aufwertung des Dollars würde hingegen ein Währungsgewinn zu Buche schlagen.

Eine Investition im Dollar-Raum kann hingegen auch als weiterer Baustein einer Diversifikation gesehen werden, insbesondere wenn Bedenken bzgl. der Stabilität des Euro bestehen. Sollte der Euro in ernstzunehmende Turbulenzen geraten, wäre eine Anlage in US-Aktien – zumindest hinsichtlich der Währungskomponente – dagegen gefeit.

Dieser Beitrag wurde uns von CapTrader zur Verfügung gestellt.  

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