Supermarkt der Liebe - die Kosten der Dating-Apps

Published on 28. September 2018
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Supermarkt der Liebe

Die große Liebe zu finden ist für viele Menschen ein Lebensziel. Wie lange die Suche nach dem Traummann oder der Traumfrau dauert, hängt von den Ansprüchen ab, doch steht sie so oder so im Zentrum unserer Existenz. In unseren Köpfen geistert die Vorstellung vom „Happy End“, inspiriert von romantischen Komödien, bereits hundertmal gesehenen „Sex and the City“-Folgen oder – für die Romantiker der alten Schule – Jane Austen.

 

 

Dating-Apps: die große Liebe à la carte

Der Froschkönig, Schneewittchen, Aschenputtel – sie alle haben in uns die Überzeugung geweckt, dass das Glück hinter der nächsten Ecke auf uns wartet. Doch wir müssen keinen Frosch küssen, keinen vergifteten Apfel ausspucken und auch keinen Glasschuh anziehen (Schuhe von Manolo Blahnik wären ohnehin angesagter). Es reicht aus, eine Dating-App zu starten und unser Online-Profil zu aktivieren. Irgendwo sieht gerade irgendjemand auf sein Smartphone und erhält unser Signal. Damit der virtuelle Zauber wirkt, müssen wir nur noch die App launchen. Eine einzige Handbewegung trennt uns von unserem Seelenverwandten. Das ist der schnelle Weg zur großen Liebe, der physische Distanz und emotionale Hindernisse auf einen Schlag überwindet und uns den Schlüssel zum Glück beschert! Ein Schlüssel, der allerdings nur eine Tür öffnet. Um diese zu finden, muss man mehrere Schlösser ausprobieren. Das ist ein echter Marathon, der uns einiges abverlangt. Wappne dich deshalb mit Geduld, Zeit, Geld und Hoffnung!

Welche Dating-App ist die richtige für mich?

Die Auslage im Fenster zu betrachten reicht nicht aus – man muss schon die Ladenschwelle überschreiten und die Angebote ausführlich begutachten. Es lockt eine Vielzahl unterschiedlicher Apps, eine attraktiver als die andere: Tinder, Bumble, OkCupid, Badoo, Parship, eDarling… Wie soll man wissen, welche die richtige ist? Auf den ersten Blick sind sie alle problemlos zugänglich, kosten nichts und versprechen uns samt und sonders die große Liebe à la carte. Auf den zweiten Blick aber merkt man, dass einige Optionen zahlungspflichtig sind und der kleinste Extrawunsch mit Zusatzkosten verbunden ist. Um weitere Funktionen nutzen zu können und somit auch die Chancen zu erhöhen, die Richtige oder den Richtigen zu finden, muss man die Geldbörse zücken.

Tinder beispielsweise, die führende App für mehr oder weniger frivole Dates, ist in der Basisversion gratis. Doch die Optionen „Tinder Plus“ und „Tinder Gold“ kosten:  Hier fallen zwischen 3,99 € und 27,49 € pro Monat an, wobei der genaue Betrag von der Abonnementslaufzeit und dem Alter abhängen. Je älter der Benutzer ist, desto großzügiger muss er sich zeigen.

Bumble, die kleine Schwester von Tinder, ist eine kostenlose Dating-App, bei der die Frauen die Zügel in der Hand halten. Die Damen machen den ersten Schritt und haben 24 Stunden Zeit, um zum Mann ihrer Wahl Kontakt aufzunehmen. Jede Verzögerung kostet zusätzlich, deshalb sollte man sich besser beeilen. Das Gleiche gilt für die Herren: Wenn sie mehr Zeit haben möchten, um angeschrieben zu werden, müssen sie zahlen. Die App ist zwar gratis, doch gibt es auch hier eine Freemium-Variante: Bumble Boost kostet pro Monat zwischen 16,00 € und 23,99 €, je nach Laufzeit. Möchte man monatliche Gebühren vermeiden, besteht die Möglichkeit, Bumble Coins für einzelne Dienste zu kaufen. Ein Bumble Coin kostet 1,99 €.

Auch OkCupid ist eine kostenlose App. Die Profilerstellung, das Versenden von Nachrichten und die Anzeige von Fotos – all diese Optionen können ohne Zusatzkosten in Anspruch genommen werden. Die Bezahlfunktionen werden unter der A-List zusammengefasst und bieten weitere Suchoptionen sowie die Möglichkeit zum Filtern von Nachrichten, zum Ändern des Benutzernamens oder auch zum Unterdrücken von Werbeanzeigen. Für die A-list Basic fallen zwischen 4,95 € und 9,95 € pro Monat an, für die A-List Premium zwischen 19,90 € und 24,90 €.

Seiten wie Parship und eDarling, die als seriöser weil teurer gelten, können umsonst heruntergeladen werden. Sobald man allerdings noch einen Schritt weitergehen will, werden die Dinge immer schwieriger: Wer die Profile anderer Teilnehmer der Liebeslotterie aufrufen will, muss das Premium-Angebot in Erwägung ziehen. Mit einer Monatsgebühr zwischen 27,90 € und 74,90 € muss man rechnen, wenn man die Dienste dieser App in vollem Umfang nutzen will. Eine große Investition – nicht nur in finanzieller, sondern auch in zeitlicher Hinsicht, denn die Registrierung beginnt mit dem Ausfüllen eines ausführlichen Fragebogens. Damit das Alter Ego besser ausfindig gemacht werden kann, wird der Benutzer gründlich durchleuchtet.

Kostenpflichtige Varianten der Apps

In der nachfolgenden Tabelle könnt ihr euch einen Überblick darüber verschaffen, welche App was bietet und wie viel der Spaß kostet.

  Tinder Bumble OkCupid eDarling Parship Badoo
Beschreibung Dating-App mit Ortungsfunktion

Bumble: Partnersuche

Bumble BFF: Erweiterung des Freundeskreises

Bumble Bizz: Networking

Dating-App

Dating-Website für die

Partnersuche nach Affinität

Website für Dating und

Partnervermittlung

Dating-Website
Registrierung kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos

Kosten der

Premium Versionen

3,99 € - 27,49 € 16,00 € - 23,99 € 4,95 € - 24,90 € 27,90 € - 49,90 € 34,90 € - 74,90 € 4,17 € - 8,49 €
Verfügbar für iOS, Android iOS, Android iOS, Android, Desktop iOS, Android, Desktop iOS, Android, Desktop iOS, Android, Desktop
Vorteile

Große Community

Frauen senden die erste Nachricht

Ausführliche Informationen

dank Fragebogen

Persönlichkeitstest

24 Profilfotos

Persönlichkeitstest

große Benutzeranzahl

Dating-Website und

soziales Netzwerk

Existiert seit 2012 2014 2004 2008 2001

2006

Geduld, Geduld... und die richtige Wahl treffen

Habt ihr euch erst für eine App entschieden, heißt es, ein Profil nach dem anderen ansehen. Für diese Phase braucht ihr eine gehörige Portion Geduld, sehr viel Geduld! Die aufmerksame Durchsicht der Fotos, die Analyse aller interessanten Profilbeschreibungen, die Charaktereinschätzung des jeweiligen Kandidaten ... das ist echte Detektivarbeit, bei der letztendlich doch das Glück entscheidet.

Wenn die Suche für beide Seiten erfolgreich war und diese übereinstimmen, dann beginnt ein neues, herausforderndes Kapitel: Die zweite Runde! Nun müsst ihr euch nur noch als interessanter Gesprächspartner erweisen. Als oberste Regel für virtuelle Dates gilt: Nicht zu viel preisgeben! Begeht nicht den fatalen Fehler, euren potenziellen Partner mit SMS-Nachrichten zu überschütten. Das führt meist unweigerlich zum Knock-out, denn Schwätzer haben schlechte Karten!

Dennoch – Einsilbigkeit ist ebenso wenig gefragt. Wer den Eindruck vermittelt, er habe nichts Interessantes zu sagen, wirkt nicht besonders attraktiv. In diesem Fall ist das Spiel vorbei, bevor es überhaupt angefangen hat.

 

Aber wie soll man sich denn verhalten?

Wer halb im Ernst, halb im Spaß Auskunft über sich selbst gibt, sorgt für eine lockere Atmosphäre – vorausgesetzt, er oder sie geht mit Takt und Fingerspitzengefühl vor. Mit anderen Worten: Werdet Rhetorik- und Selbstdarstellungsprofis, jedoch auf die humorvolle Art! Nicht mehr und nicht weniger. Am Ziel befinden wir uns jedoch immer noch nicht. Nehmen wir an, ihr verhaltet euch geschickt und schafft es bis zu einem Date. Auch in diesem Fall müssen viel Zeit, Geld und Mühe investiert werden. Oh! Leider reicht es nicht, Geld für die App-Dienste auszugeben, die Getränke wollen auch bezahlt werden!

Das erste Date: Vom virtuellen zum echten Kontakt

Ihr beherrscht nun also die Kunst der Konversation und macht den nächsten Schritt. Das Date steht kurz bevor und eine neue Frage stellt sich: Wo soll es stattfinden? Im Café? Im Restaurant? In der Bar? Bei einem Spaziergang im Park? Die Restaurantvariante ist nicht besonders sinnvoll, denn erstens ist eine komplette Mahlzeit im Restaurant für zwei Personen teuer. Zweitens müsst ihr mit mindestens drei vergeudeten Stunden rechnen, falls sich die neue Bekanntschaft als Fehlgriff erweist. Ihr habt also nicht nur Geld ausgegeben, sondern auch kostbare Zeit geopfert.

Sehr viel klüger ist es, sich auf einen Kaffee oder ein Glas Wein zu verabreden. Ein günstiger Zeitpunkt hierfür ist der späte Nachmittag, die Stunde des Aperitifs. So wird euer Rendezvous zu einer kurzen, aber effizienten Angelegenheit: Ihr gebt nicht allzu viel Geld aus (ein kleiner Prosecco oder - bei einem Anfall von Großzügigkeit – maximal zwei) und könnt anschließend zu Hause das Date mit kühlem Kopf Revue passieren lassen. Clever, nicht wahr?

Doch was ist mit der Rendite? Wer garantiert uns, dass wir nach all den Mühen den richtigen Partner finden? Leider bieten weder die Dating-Apps noch die Suche an sich eine Erfolgsgarantie, doch unsere Chancen steigen mit der Anzahl der Versuche. Wir können weiter Verabredungen treffen, bis wir die richtige Person gefunden haben oder unsere Ausdauer erschöpft ist. In diesem Fall können wir eine Pause einlegen, um  Atem für die nächste Runde zu holen. In der Überzeugung, dass euer Glück auf euch wartet, startet ihr dann mit frischem Elan neu.

 

Dating heute - alles online oder was?

Auch wenn die Gefahr besteht, enttäuscht zu werden – Online-Dating hat mittlerweile ein Monopol inne und ist zum Hauptlieferanten für den Supermarkt der Liebe geworden. Selbst Facebook mischt mit dem hauseigenen Service inzwischen beim Onlinedating mit. Mit Schmetterlingen im Bauch freuen wir uns darauf, unsere Wahl zu treffen. Ist das wirklich Mr. oder Ms. Right? Und selbst wenn wir dieses Mal nicht den oder die Richtige(n) finden, können wir jederzeit wiederkommen und weitersuchen. Dieser Supermarkt ist immer geöffnet.  Und nicht vergessen: Vorfreude ist die schönste Freude!