Warum du eine Steuer­erklärung erstellen solltest

Published on 19. March 2020
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Warum du eine Steuer­erklärung erstellen solltest

Bester Grund: eine Steuererklärung zahlt sich für dich in barer Münze aus! Laut dem Statistischem Bundesamt bekommt ein Arbeitnehmer durchschnittlich 1.007 Euro zurück.

Eine Steuererklärung lohnt sich für dich besonders, wenn…

  1. Du das gesamte Jahr in einem Unternehmen angestellt warst.
  2. Die Höhe deines Lohnes sich im Laufe des Jahres deutlich geändert hat.
  3. Du hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder andere außergewöhnliche Belastungen hast.
  4. Du wenig verdienst und eine zweite Berufsausbildung oder ein Studium absolvierst (Verlustvortrag anmelden).
  5. Sich deine Steuerklasse, z.B. durch Heirat, innerhalb eines Jahres geändert hat.

 

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Wer muss / sollte eine Steuererklärung abgeben?

Als lediger Arbeitnehmer ohne nebenberufliche Selbständigkeit und andere Einkünfte bist du nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Dein Arbeitgeber zieht die Steuer monatlich von deinem Lohn ab und überweist sie an das Finanzamt. Die Höhe hängt dabei von deiner Steuerklasse ab. Du musst dich um nichts kümmern.

Gehörst du zu dieser Gruppe, profitierst du am meisten von der Abgabe einer Steuererklärung. In neun von zehn Fällen lohnt es sich für dich deine Steuer zu machen!

In diesen Fällen bist du dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben:

  1. Du und dein Ehe- oder Lebenspartner seid beide Arbeitnehmer und ihr habt die Steuerklassen 3 und 5.
  2. Du hast Zusatzeinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr.
  3. Du hast Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kranken- oder Elterngeld bezogen.
  4. Du hast eine Abfindung unter Anwendung der Fünftelregelung erhalten.
  5. Du hast einen Freibetrag beim Finanzamt beantragt und erhalten.
  6. Du arbeitest bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig und eine dieser Tätigkeit wird mit der Steuerklasse 6 abgerechnet.

Welche Einnahmen musst du in der Steuererklärung angeben?

Am wichtigsten ist deine Lohnsteuerbescheinigung. Du erhältst sie bis spätestens Ende Februar von deinem Arbeitgeber. Verlässt du das Unternehmen vorher, bekommst du sie natürlich schon früher. Auf dieser Bescheinigung sind dein Gehalt sowie erhaltene Zuschläge und Abzüge aufgelistet. Diese Daten musst du in deiner Steuererklärung angeben.

Hast du neben deinem Hauptjob noch einen Minijob, bei dem du maximal 450 Euro monatlich dazuverdienst, ist dieses Einkommen steuerfrei. Du brauchst es in deiner Steuererklärung daher nicht angeben. Du kannst für den Minijob aber auch keine Werbungskosten geltend machen.

Beziehst du sonst noch weiteres Einkommen? Auch das möchte das Finanzamt natürlich wissen. Dazu gehören zum Beispiel Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen, Land- und Forstwirtschaft und dem Gewerbebetrieb. Unter den Punkt „sonstige Einkünfte“ fallen außerdem Renten, Unterhaltsbezüge, Diäten und Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften.

Welche Ausgaben senken die Steuern?

Als Arbeitnehmer hast du im Laufe des Jahres einiges an Steuern bezahlt. Einen Teil davon kannst du zurückerhalten, indem du absetzbare Kosten in deiner Steuererklärung angibst. Das Finanzamt berücksichtigt Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Was genau sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt, erfährst du hier.

1. Werbungskosten

Werbungskosten sind grob gesagt alle Kosten, die mit deiner beruflichen Tätigkeit zu tun haben. Dazu gehören unter anderem die Folgenden:

a. Arbeitnehmerpauschale

Bei jedem Arbeitnehmer setzt das Finanzamt automatisch eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro pro Jahr an. Dafür musst du weder Nachweise erbringen, noch Belege einreichen.  Seit 2017 gilt nämlich die sogenannte Belegvorhaltepflicht. Das heißt: du kannst die Steuererklärung ohne Belege ans Finanzamt schicken, musst diese aber aufbewahren und nachreichen können, falls Fragen aufkommen.

Übersteigen deine Kosten die pauschalen 1.000 Euro, solltest du sie unbedingt in deiner Steuererklärung angeben! Du kommst übrigens schon über diesen Betrag, wenn du einen Arbeitsweg von mehr als 16 Kilometern hast.

b. Entfernungspauschale

Die Entfernungs- oder auch Pendlerpauschale kann sich als wahrer Booster für deine Steuererstattung erweisen. Für jeden Arbeitstag kannst du die einfache Strecke (nur der Hinweg) mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen. Es ist dabei egal, ob du zur Arbeit joggst, dein Fahrrad nimmst oder mit Bus, Bahn oder Auto fährst. Du musst keinerlei Belege nachweisen. Aufpassen musst du nur, dass du den kürzesten Weg angibst.

Das gilt für den Weg zur ersten Tätigkeitsstätte, d.h. dem Ort, an dem du tagtäglich deinen Beruf ausübst. Arbeitest du an unterschiedlichen Orten, weil es Filialen gibt, bestimmt dein Arbeitgeber die erste Tätigkeitsstätte. Für alle anderen beruflich bedingten Fahrten, für die dir dein Arbeitgeber keine Kosten erstattet, kannst du sogar den Hin- und Rückweg mal 30 Cent pro Kilometer angeben.

Nehmen wir folgendes an: Abzüglich Feiertage und Urlaub hast du letztes Jahr an 220 Tagen in deiner Firma gearbeitet, die einfache Entfernung betrug 20 Kilometer. 220 Arbeitstage x 20 km x 0,30 Euro/km = 1.320 Euro. Damit liegst du über der Werbungskostenpauschale und machst die 1.320 Euro steuerlich geltend. Alle weiteren Werbungskosten werden zu diesem Betrag dazugerechnet.

c. Arbeitsmittel

Alles, was du zum Erledigen deiner Arbeit benötigst und privat bezahlt hast, sind Arbeitsmittel. Typische Arbeitsmittel sind die Berufskleidung (mit Logo drauf), Schreibwaren, Werkzeug, Laptop, Monitor, Drucker, Laptop-Tasche, Smartphone, Fachliteratur, Büromöbel, Software und sonstiger Bürobedarf.

Offiziell existiert keine Pauschale für Arbeitsmittel. Theoretisch musst du also für jedes Arbeitsmittel, das du einträgst eine Quittung oder einen Beleg vorweisen können. Inoffiziell hat sich eine Nichtbeanstandungsgrenze von 110 Euro etabliert. Du kannst also pauschal 110 Euro als Kosten für Arbeitsmittel angeben, diese muss das Finanzamt aber nicht zwangsläufig anerkennen.

Eine private Nutzung von Arbeitsmitteln (wie beispielweise dem Laptop) ist in Ordnung. In dem Fall kannst du den beruflichen Anteil als Werbungskosten absetzen. Nutzt du deinen Laptop zu 60 Prozent beruflich und zu 40 Prozent privat, kannst du 60 Prozent der Anschaffungskosten in deiner Steuererklärung angeben.

Kostet ein Arbeitsmittel unter 952 Euro (inkl. Umsatzsteuer) kannst du es komplett im Anschaffungsjahr absetzen. Bei einem höheren Preis musst du die Kosten auf die Nutzungsdauer verteilen. Diesen Vorgang nennt man Abschreibung. Die Nutzungsdauer findest du in der sogenannten AfA-Tabelle.

d. Fortbildungskosten

Fortbildungen sind wichtig für deine berufliche Weiterentwicklung. Diese Auffassung teilt auch das Finanzamt. Du kannst daher jede Aus- und Weiterbildung nach Abschluss deiner ersten Berufsausbildung in unbegrenzter Höhe absetzen. Hast du im letzten Jahr eine innerbetriebliche Fortbildung absolviert oder eine Umschulung als Vorbereitung auf einen Berufswechsel gemacht, senken diese Ausgaben deine Steuerlast und du erhältst voraussichtlich eine Steuererstattung. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn du deine Energie in ein Zweit- und Master-Studium gesteckt hast.

Anrechenbar sind alle Kosten im Zusammenhang mit deiner Fortbildung: Teilnahme- und Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Reisekosten, wie Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten, Fachliteratur, Schreibwaren und Arbeitsmaterialien.

Hat dir deine Firma einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss bezahlt, musst du diesen von der Summe der Gesamtkosten abziehen. Nicht als Fortbildungen anerkannt werden Sprachkurse, Volkshochschulkurse und Fortbildungen, die in keiner Verbindung mit deinem Beruf stehen, indem du arbeitest.

e. Kontoführungsgebühren

Das Finanzamt erkennt eine Pauschale von 16 Euro für die Kontoführung an. Auch hier benötigst du keinen Beleg. Sind deine Kontoführungsgebühren höher, kannst du auch die tatsächlichen Kosten absetzen.

f. Umzugskosten

Ein berufsbedingter Umzug vermindert deine Steuerlast ebenfalls. Zu den Umzugskosten zählen: Maklergebühren für deine Mietwohnung (nicht Eigentumswohnung), doppelte Mieten für maximal sechs Monate, Fahrtkosten zur Wohnungsbesichtigung, Transportkosten für den Hausrat, Reparaturen von Transportschäden sowie Handwerkerleistungen. Darunter fällt beispielsweise die Renovierung der alten Wohnung oder die fachgerechte Montage von Lampen, der Küche und elektrischen Geräten. Diese Ausgaben musst du mit Belegen nachweisen. Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist außerdem, dass du für den Arbeitsweg mindestens eine Stunde täglich an Zeit sparst.

Willst du deine Umzugskosten nicht alle einzeln nachweisen, kannst du einen Pauschalbetrag angeben. Für einen Umzug im Jahr 2020 liegt er bei 820 Euro für Ledige und 1.639 Euro für Verheiratete oder Alleinerziehende. Für jede weitere Person, die in deinem Haushalt wohnt, kannst du jeweils weitere 361 Euro eintragen.

Hat dein neuer Arbeitgeber deine Umzugskosten übernommen, kannst du den Umzug nicht von der Steuer absetzen.

2. Sonderausgaben

Zu den Sonderausgaben zählen Vorsorgeaufwendungen, wie beispielsweise Kranken- und Pflegeversicherungen oder Beiträge zur Altersvorsorge (u.a. Riester Rente). Auch Aufwendungen für die Betreuung der eigenen Kinder, für die erste Berufsausbildung, Schulgeld sowie Spenden fallen unter die Sonderausgaben.

Spenden an steuerbegünstigte Organisationen wie politische Parteien, Kirchen, Hochschulen oder gemeinnützige Vereine müssen durch eine Spendenquittung nachgewiesen werden können. Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht als Nachweis ein Kontoauszug.

Studenten und Azubis aufgepasst: Befindest du dich in einer schulischen Ausbildung oder einem Studium, ohne bereits einen Berufsabschluss zu haben? Dann kannst du pro Jahr maximal 6.000 Euro für diese absetzen. Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Semestergebühren usw. (analog zu den Fortbildungskosten) sind als Sonderausgaben absetzbar.

Kinderbetreuungskosten für Kita, Kindergarten, Hort, Au-Pair und Tagesmutter gehen schnell ins Geld. Zweidrittel deiner Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro kannst du dir pro Kind anrechnen lassen.

3. Außergewöhnliche Belastungen

Du hast höhere Ausgaben als andere Steuerzahler mit gleichem Einkommen und Familienstand und sie übersteigen deine zumutbare Belastung. Dann bekommst du einen Teil der Steuern zurück. Anerkannt werden Krankheitskosten, Medikamente, Ausgaben für Brillen, Zahnprothesen, Hörgeräte oder Rollstühle, nicht erstattete Kurkosten, Pflegekosten für dich oder Angehörige und Bestattungskosten. Wichtig ist jedoch, dass du eine ärztliche Verordnung hast. Auch Kosten für Aufräum-Arbeiten und Wiederbeschaffungskosten für durch Hochwasser und Brand zerstörte existenzielle Dinge und Hausrat kannst du geltend machen.

4. Kosten für Dienstleister und Handwerker

Hast du Renovierungsarbeiten oder Reparaturen durch Handwerker ausführen lassen, kannst du 20 Prozent der Arbeits- und Anfahrtskosten (kein Material) bis zu einer Gesamtsumme von 1.200 Euro steuerlich angeben. Du musst dafür nur ordnungsgemäße Rechnungen einreichen können und per Überweisung bezahlt haben.

Als haushaltsnahe Dienstleistungen zählen alle Arbeiten auf deinem Grundstück oder in deiner Wohnung, die auch Angehörige deines Haushalts hätten erledigen können, die du aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen aber einen Dienstleister erledigen lassen hast. Dazu gehören die Kosten für eine Haushaltshilfe bzw. Reinigungskraft, Gärtner sowie Babysitter. Auch die Tierbetreuung in deiner eigenen Wohnung zählt. Es gilt: 20 Prozent der Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten bis zu einer Gesamthöhe von 4.000 Euro kannst du geltend machen.

Wohnst du in einer Miet- oder Eigentumswohnung, findest du in deiner Nebenkosten-Abrechnung Ausgaben für Hausmeisterservices, Gartenpflege, Winterdienst, Treppenhausreinigung und Schornsteinfeger aufgelistet. Diese Zahlen kopierst du einfach in deine Steuererklärung.

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben werden?

Menschen, die eine Steuererklärung an das Finanzamt abgeben müssen, haben dafür bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit. Versäumst du diese Frist, musst du mit Sanktionen rechnen. Möglich sind Verspätungszuschläge, Zwangsgelder, Steuerschätzung und Zinsen.

Als Arbeitnehmer, der seine Steuererklärung freiwillig macht, kannst du dich glücklich schätzen. Du kannst deine Steuererklärung vier Jahre rückwirkend abgeben. Stichtag ist der 31. Dezember. Und hier gleich die nächste tolle Nachricht für dich: Gibst du deine Steuererklärung rückwirkend ab, winken dir sogar 6 Prozent Zinsen pro Jahr. Das entspricht einer Verzinsung der Steuererstattung von 0,5 Prozent je angefangenem Monat. Allerdings gibt es für die ersten 15 Monate keine Zinsen. Es lohnt sich daher etwas mit der Abgabe der Steuererklärung zu warten.

Falls dir das jetzt alles zu viel war, mach dir nichts draus. In der Online-Steuererklärung unseres Partners smartsteuer ist das alles schon eingearbeitet. Du beantwortest nur einfache Fragen im Interview-Format und erstellst so Schritt für Schritt deine Steuererklärung.

Du musst kein Steuerexperte sein um dir durchschnittlich 1.069 Euro vom Finanzamt zurückzuholen!

 

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Dieser Beitrag wurde uns von smartsteuer zur Verfügung gestellt. 

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