Anlegen in die Zukunft (der Kids)

19.07.22

Anlegen in die Zukunft (der Kids)

Hurra, Nachwuchs ist da – und die Frage, wie man in die Zukunft des Babys investieren kann. Warum das Sparbuch keine gute Wahl ist, worauf es bei Kinderdepots ankommt und wie der Nachwuchs zur familieneigenen Steueroase werden kann.

Die „Mama & Papa-Bank“ war für viele junge Menschen während der Corona-Pandemie die letzte Rettung: Sie hat in den vergangenen Jahren ihre Dienste erweitert und bot Söhnen und Töchtern neben finanzieller Unterstützung auch Unterkunft und Verpflegung. Abgesehen von den zahllosen Problemen, die das Coronavirus der Gesellschaft beschert hat, hat Covid-19 (werdenden) Eltern auch deutlich gemacht, wie wichtig es ist, früh mit dem Sparen für den Nachwuchs zu beginnen. Damit die Kids später mal ein Studium beginnen oder sich eine erste Wohnung leisten können – und auch um für unvorhergesehene finanzielle Notfälle gewappnet zu sein.

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Doch wie kann man den Nachwuchs für die Zukunft absichern? 

Besonders im Hinblick auf die Inflation, die im Juni in Deutschland bei 7,6 Prozent lag und eine drohende globale Rezession, fragen sich viele Eltern, Großeltern und Pat:innen wie eine kluge Anlagestrategie für ihre Kinder, beziehungsweise Enkel- und Patenkinder aussehen könnte.

Tipp Nummer 1 lautet, möglichst früh mit dem Vermögensaufbau für den Nachwuchs zu starten, wie eine simple Rechenaufgabe zeigt: Wer beispielsweise ab dem zehnten Lebensjahr des Kindes 50 Euro pro Monat zurücklegt, bekommt bis zum 18. Lebensjahr 4.800 Euro Erspartes zusammen. Beginnt man mit der Geburt des Kindes mit dem Sparen, sind es bei Volljährigkeit schon 10.800 Euro. Hinzu kommen dann noch die Zinserträge.

Zum Stichwort Zinsen passt Ratschlag Nr. 2: Nicht nur aufs das Sparbuch setzen! Früher ein Klassiker, um für den Nachwuchs Geld anzusparen, wird das Sparbuch „von der Inflation aufgefressen“, wie etwa Finanzen100-Autor Christoph Sackmann bereits 2019 warnte (als die Inflationsrate noch bei lächerlichen 1,6 Prozent lag). Aktuell sind die Zinsen – trotz angekündigter Zinswende – weiter niedrig.

Wer stattdessen in Aktien investiert, hat einen klaren Vorteil gegenüber anderen Anlageformen wie Tages- oder Festgeld, meint Hendrik Buhrs, Finanztip-Experte für Bank und Börse: „die höhere Rendite“. Das könnten bestenfalls „mehrere Prozentpunkte Wertzuwachs pro Jahr“ sein. Einzel-Aktien zu kaufen, ist dabei zwar eine naheliegende, aber keineswegs die beste Alternative, meinen Finanzexpert:innen. Sie raten, das Geld breiter zu streuen und in viele verschiedene Branchen und Firmen zu investieren. Das passende Vehikel dazu sind Aktienfonds oder ETFs.

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Dabei muss es nicht sofort eine größere Summe sein, die für den Nachwuchs angelegt wird Der Bankenverband rät beispielsweise dazu, jeden Monat für das Kind 25 Euro in einen Aktienfonds einzuzahlen. Sparpläne – technisch gesehen so etwas wie ein ständig wiederholter Kaufauftrag –bieten viele Banken an. Vorteil dabei ist, dass das Ganze automatisch abläuft. Ebenso vorteilhaft ist, dass die Sparrate jederzeit angepasst oder auch ausgesetzt werden kann und die Laufzeit flexibel geändert werden kann.

Wer beim Sparen für Kinder & Co. auf die Kosten schaut, für den sind die preiswerteren ETFs (Exchange Traded Funds) – zum Beispiel ein Indexfonds auf den Deutschen Aktienindex Dax – eine Möglichkeit. Mit börsengehandelten Indexfonds lässt sich das Geld streuen und damit das Risiko, wenn sich eine Einzelaktie nicht so gut entwickelt. Wichtig hierbei (und das gilt auch, wenn das Geld nicht für den Nachwuchs angelegt wird): Beim Investment in ETFs sollte man mindestens zehn Jahre Zeit mitbringen, rät Finanz-Experte Hendrik Buhrs. Vorteil bei einem langen Anlagehorizont ist, dass sich in Kurschwankungen in Krisenzeiten gut aushalten lassen, meint der Bankenverband.

Für Aktien, Fonds oder ETFs braucht es ein Depot. Hier gibt es verschiedene Varianten, wie die Zeitschrift „Eltern“ erläutert. Mutter und Vater können es auf ihren Namen eröffnen und die Fondsanteile fürs Kind hineinlegen. Der Vorteil: „Eltern behalten auch nach dem 18. Geburtstag von Sohn und Tochter die Kontrolle (…)“, so die Zeitschrift Eltern. Nachteil sei, dass sie, wenn sie selbst Kapitalerträge haben, unter Umständen Steuern zahlen müssen.

Die Alternative hört auf den Namen Kinderdepot und wird von Filial-, Fonds- und Direktbanken sowie von Robo-Advisors angeboten. Das Kinderdepot sorgt dafür, dass das Geld klar vom Vermögen der Eltern oder Großeltern getrennt ist – und die Schüler oder Auszubildenden nach dem 18 Lebensjahr das Depot selbst verwalten dürfen und „mit dem Guthaben anstellen, was sie wollen“, so der Bankenverband.

Ein großes Plus beim Kinderdepot ist die Steuerersparnis. Kinder haben bereits ab Geburt einen eigenen Sparerpauschbetrag von 801 Euro, einen Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro und einen Grundfreibetrag von derzeit 10.347 Euro. „Das summiert sich auf ein Freibetragsvolumen von 11.184 Euro pro Kind“, rechnet der Steuerrechtler Michael Schreiber vom Finanzratgeber biallo.de vor. Dafür muss eine sogenannte „Nichtveranlagungs­bescheinigung“ für das Kind beim zuständigen Finanzamt beantragt und bei der Bank vorgelegt werden. Dies ist auch bei ausschüttenden ETFs von Vorteil. Deren regelmäßige Kapitalerträge werden im Kinderdepot bereits versteuert, ohne dass hierbei Abgeltungsteuer fällig wird.

Noch ein Steuerspartipp für alle, die dem Kind oder Enkelkind direkt eine größere Summe zukommen lassen wollen: Eine Schenkung von Kapitalvermögen ist bis zu 400.000 Euro von jedem Elternteil steuerfrei. Großeltern können jeweils 200.000 Euro steuerfrei schenken. Nach Ablauf von zehn Jahren kann dieser Betrag erneut steuerfrei ausgeschöpft werden, teilt der Bankenverband mit.

Aber wer bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis und welcher Anbieter hält nicht nur eine große Auswahl an Fonds und ETFs bereit, sondern auch die Option, kleinere Beträge anzusparen?

Orientierung bietet zum Beispiel der Test von Finanztip.de, in dem gute, kostenlose Depots für Kinder vorstellt werden. Auch das Institut für Vermögensaufbau (IVA) hat im Auftrag von „Eltern“ überregionale Angebote nach über 30 Einzelkriterien analysiert und ein Ranking erstellt.

Übrigens: Wer mit einem guten Gewissen und Blick in die Zukunft Geld für den Nachwuchs anlegen will, kann einen nachhaltigen Fonds oder ETF auswählen, der ESG-Kriterien erfüllt. ESG steht für Environment, Social, Governance (zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Die besten Depots für nachhaltige aktive Fonds und für nachhaltige ETFs hat die FMH Finanzberatung im Juli 2022 im Auftrag der Wirtschafswoche ausgewählt.

Was braucht man für die Depoteröffnung ?

Vor der Depoteröffnung für Kinder oder Enkel gilt es zunächst die rechtliche Frage zu klären. Nur wer der gesetzliche Vertreter des Kindes ist, darf ein Depot für die Tochter oder den Sohn eröffnen. Bei allen Banken müssen sowohl Nicht-Verheiratete als auch Alleinerziehende belegen, dass sie das Sorgerecht für das Kind besitzen. Großeltern dürfen in der Regel kein Depot für ihre Enkel eröffnen, bei einigen Banken können sie jedoch eine Vollmacht bekommen, so Finanztip.de. Außerdem wichtig: Neben der eigenen Steuer-ID sowie Personalausweis oder Pass (gilt nur für Neukunden) braucht man zur Depoteröffnung auch die Steuer-ID des Kindes und eine Kopie der Geburtsurkunde.

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