Regulatorik in der deutschen Bankenbranche

11.12.19
Kategorien:

Regulatorik in der deutschen Bankenbranche

Unser Partner IDnow erklärt die Regelung für deutsche Banken im Bereich KYC (Know-your-customer).

Wenn es um die Bankenbranche geht, hat Deutschland mitunter die strengsten Vorgaben der Welt. Traditionell basiert der deutsche Aufsichtsrahmen auf Grundsätzen, welche der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Diskretion im Umgang mit einzelnen Unternehmen geben. Gleichzeitig erfordert der „risk-based“ Ansatz eine engere Überwachung und strengere Sorgfaltspflichtprozesse, um der Notwendigkeit von mehr Transparenz gerecht zu werden.

Die BaFin fungiert als Aufsichtsbehörde für das deutsche Finanzsystem. Ihre Aufgabe ist es, Stabilität und Integrität zu garantieren und damit sicherzustellen, dass die Bürger dem Finanzsystem vertrauen. Die BaFin verfolgt einen strengen Ansatz, wenn es um Verstöße gegen Vorschriften oder die Verhängung von Bußgeldern geht. Laut einem aktuellen KPMG-Bericht über Finanzkriminalität macht die Geldwäschebekämpfung fast 2 - 5 Prozent des Welt-BIP aus, welche ungefähr dem gesamten BIP Deutschlands entspricht. Das Ausmaß des Problems kann nicht genug betont werden und unterstützt die Forderung der Kontrollbehörden nach einer strengeren Überwachung. Für Banken in Deutschland bedeutet dies, dass die Compliance-Anforderungen über die eigenen Kunden hinausgehen.

Regelungen der deutschen BaFin gelten weltweit als „Gold Standard“

Anforderungen an Banken werden immer strenger und komplexer, je mehr sich die Technologie und die geografischen Bankparameter ändern. In Deutschland tätige Banken unterliegen auf europäischer sowie nationaler Ebene der Finanzaufsicht. Die BaFin und die Bundesbank arbeiten bei der Aufsicht der national tätigen Finanzinstitute sehr eng zusammen. Der rechtliche Rahmen für die KYC-Pflichten (Know-Your-Customer) ergibt sich aus dem GwG (Geldwäschegesetz). Aktuell arbeiten die Ministerien daran, die Neufassung des GwG aus den Vorgaben der 5. Geldwäsche-EU-Richtlinie umzusetzen.

Dieser rechtliche Rahmen verpflichtet die Banken, eine Risikoanalyse durchzuführen und interne Sicherheitsmaßnahmen einzurichten. Die Risikoanalyse muss dokumentiert, regelmäßig aktualisiert und den Kontrollbehörden zur Verfügung gestellt werden.

IDnow, seit fast acht Jahren in diesem Markt zu Hause, hat breite Erfahrungen mit Bankenregulatorik. Als Armin Bauer 2012 die Idee zu IDnows erstem Produkt hatte, waren sogenannte Remote-Verfahren noch nicht zulässig. Doch die Regelungen wurden nach und nach an die Bedürfnisse moderner Unternehmen angepasst und so wurde das IDnow VideoIdent 2014 zugelassen.

Doch was genau besagt die Regulatorik in Deutschland?

Alle in Deutschland operierenden Finanzdienstleistungs- und Kreditinstitute müssen sich an die Regelungen des GwG halten. Dieses schreibt unter anderem vor, dass die Insitute ihre Kunden mittels einer zugelassenen Methode (persönlich oder digital) identifizieren müssen, bevor diese beispielsweise ein Bankkonto eröffnen können. Zudem müssen die Finanzdienstleistungs- und Kreditinstitute einen AML-Compliance Beauftragen, der diese Prozesse überwacht, sowie ein Sicherheitssystem, das verdächtige Aktivitäten erkennt, vorweisen.

Seit Cyber-Kriminalität ein immer größeres Problem darstellt und die Betrüger ihre Tricks stetig ändern, müssen auch die Regeln für Finanzdienstleistungs- und Kreditinstitute immer wieder angepasst werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass weniger qualifizierte Akteure ihre Standards anpassen müssen. Die regulatorischen Neuerungen hält die BaFin in sogenannten Rundschreiben fest, die unter anderem genau bestimmen, welche Spezifikationen ein KYC-Prozess erfüllen muss.

Auch das kommende Jahr bringt wieder einige interessante regulatorische Änderungen mit sich: zum Beispiel die fünfte Revision der EU Geldwäscherichtlinien. Diese Richtlinie trat im Juli 2018 in Kraft. Die Vorgaben der Richtlinie sind bis zum 10. Januar 2020 ist nationales Recht umzusetzen und besagen, dass von da an auch im Bereich Kryptowährungen, Tresorregistrierungen, E-Geldüberweisungen und Prepaid Telefonkarten eine Identifizierung nach bestimmten Richtlinien nötig ist.

Stehen diese strengen Regelungen der Digitalisierung der Branche im Weg?

Die Gesetzgebung ist wichtig, um ein gesundes und sichereres Wachstum für die Digitalisierung zu gewährleisten. Als Sicherheitsexperte mit viel Erfahrung im Bereich der Prävention von Cyberbetrug begrüßt IDnow Regelungen, um branchenweit maximale Sicherheit zu gewährleisten. Dennoch müssen die regulatorischen Anforderungen natürlich auch mit der Technologie gehen. So wie die Regelungen an neue Betrugsformen angepasst werden, müssen sie sich auch an neue technologische Möglichkeiten anpassen.

 

Dieser Artikel wurde geschrieben von Rayissa Armata,
Head-of-Regulatory Affairs bei IDnow.

Disclaimer
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte dieser Aussendung. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Soweit wir Ihnen steuerliche oder rechtliche Informationen liefern, stellen diese keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Produkte oder Dienstleistungen zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Produkte oder deren Emittenten, Dienstleister oder Anbieter explizit erwähnt werden. Sofern die Inhalte und Informationen von Dritten zur Verfügung gestellt wurden bzw. Meinungen Dritter wiedergegeben werden, müssen diese nicht mit unserer Auffassung im Einklang, sondern können sogar im Widerspruch hierzu stehen. Bei Fragen zu rechtlichen oder steuerlichen Auswirkungen im Einzelfall wenden Sie sich bitte in jedem Fall vorher an Ihren Rechts- oder Steuerberater.

WEITERE BEITRÄGE AUS DER FIDOR WELT

FINANZEN

Wie wird der Zahlungsverkehrssektor durch PSD2 beeinflusst?

Welche Auswirkungen hat PSD2 auf Unternehmen und Verbraucher und wie wird die EU-Richtlinie Zahlungsdienste revolutionieren?

Erfahre mehr

SICHERHEIT

Schütze deine Daten – Sicherheit rund ums Online-Banking

Man hört es immer öfter: Hackerangriffe, Datenraub, dDos- und Phishing-Attacken. Die Liste verübter Angriffe im Internet wird kontinuierlich länger und länger. Erfahre hier, wie du dich schützen kannst!

Erfahre mehr

SICHERHEIT

Tatort: das Internet. Cyber Security schafft Abhilfe.

Sicherheit im Netz ist wichtig! Kein neues Thema, doch die Ausgangslage verändert sich ständig - beruflich wie privat. Neue Technologien sowie die stetig wachsende Vernetzung und Mobilität ermöglichen es Netz­kriminellen laufend neue Angriffspunkte zu finden.

Erfahre mehr