Kryptowährungen: was 2020 mit dem Markt machte

16.02.21
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Kryptowährungen: was 2020 mit dem Markt machte

2020 fing ganz normal an, dann kam Sars CoV‑2 – mit Chaos und Konfusion auch in der Krypto-Welt. Warum 2020 ein entscheidendes Jahr für Krypto-Währungen war.

Quartal 1

Erinnert sich jemand an den Januar vor einem Jahr? In der Krypto-Welt kursieren die üblichen Stories vom „digitalen Gold“ und Bitcoin als Reservewährung – so viel „Normalität“ scheint inzwischen Lichtjahre entfernt. Außerdem noch wichtig: Zum 1.1. 2020 wird die 5. EU-Geldwäscherichtlinie durch den deutschen Gesetzgeber umgesetzt. Die Verwahrung von Krypto-Assets — und damit auch deren Handel — bedarf seitdem einer Lizenz der deutschen Finanzaufsicht Bafin.

Einen Monat später blickt die Welt gebannt nach China und auf ein Virus, das bald die ganze Welt befällt. In der Krypto-Welt sorgt im Februar die National Bank of Egypt für positive Schlagzeilen. Die größte Privatbank des Landes schließt sich dem Zahlungsnetzwerk RippleNet an. Der XRP-Kurs erreicht am 15. Februar 2020 bei 0,34 US-Dollar ein vorläufiges Jahreshoch.

Im März dann der große Knall: Italien wird wegen Sars-CoV2 zur Sperrzone erklärt, die WHO ruft die Pandemie aus, mehrere Länder machen ihre Grenzen dicht. An den Börsen knirscht es gewaltig. Die Angst vor dem Ausbruch des Coronavirus und dem Zusammenbruch der Ölpreise löst einen Crash aus – und der Kryptomarkt stürzt am 12. März gleich mit ab: Bitcoin (BTC), nach Marktkapitalisierung die größte Kryptowährung, fällt in zwei Tagen um bis zu fast 50 Prozent. Auch Ethereum (ETC) und andere wichtige Kryptowährungen stürzen ab.

Gleichzeitig laufen die Gelddruckmaschinen heiß: Weltweit öffnen Notenbanken die Geldschleusen, Regierungen bringen milliardenschwere Hilfsprogramme zur Bekämpfung der Corona-bedingten Konjunktureinbrüche auf den Weg. Das dreht die Stimmung an den Börsen. Auch der Preis für den Bitcoin erholt sich – und schwingt sich fortan von Monat zu Monat zu ungekannten Höhen auf.

Quartal 2

2020 dürfte als das Jahr in die Krypto-Geschichte eingehen, in dem auch institutionelle Anleger Bitcoin & Co. für sich entdecken. Den Anfang macht im Mai der US-Milliardär und Hedge-Fonds-Investor Paul Tudor Jones, der ein Bitcoin-Investment als Inflationsabsicherung bekannt gibt. Es folgen prominente Investoren wie Stanley Druckenmiller und BlackRock CIO Rick Rieder. Bei institutionellen Investoren setzt ein breites Umdenken in Sachen Kryptowährungen ein. Das börsennotierte Unternehmen Microstrategy und der Krypto-Hedgefonds-Manager Grayscale treiben diesen Prozess an und melden Rekorde bei den verwalteten Vermögenswerten (AUM).

Im Bitcoin-Universum steht am Abend des 11. Mai 2020 ein wichtiger Termin an: Das dritte Halving. Dabei wird ungefähr alle vier Jahre die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum ausgegebenen Bitcoin halbiert, um Inflation zu verhindern. Bei der dritten Halbierung wird die Anzahl ausgeschütteter Bitcoins von 12,5 auf 6,25 reduziert. Maximal können 21 Millionen Bitcoin geschaffen werden, Ende Dezember 2020 gibt es 18,5 Millionen.

Quartal 3

Kein Krypto-Rückblick ohne Betrugsfälle: Der vielleicht spektakulärste Krypto-Scam des Jahres 2020 ereignet sich Mitte Juli: Hacker kapern Twitter-Konten unter anderem von Elon Musk, Barack Obama und Joe Biden, um sich Bitcoin zu verschaffen.

Der Juli bringt aber auch mehr Klarheit in Sachen Regulierung: Die amerikanische Bankenaufsichtsbehörde OCC veröffentlicht eine wichtige Klarstellung, die deutlich macht, dass US-Banken Krypto-Depots für US-Kunden anbieten dürfen, wenn sie die richtigen Lizenzierungs- und Registrierungsanforderungen erfüllen.

Was 2020 als Trend begann, explodiert im August: Dezentralisierte Finanzierung, abgekürzt DeFi, dominiert den Kryptomarkt und lässt selbst den Bitcoin-Kurs, der seit Anfang des Jahres um 40 Prozent gestiegen ist, alt aussehen: Token des DeFi-Projekts wie beispielsweise das erst Mitte Juli 2020 gegründete yearn.finance (YFI), steigen in etwas mehr als einem Monat um sagenhafte 3.500 Prozent, berichtet Forbes.com Ende August. Hinter DeFi verbirgt sich die Idee, mit dezentralen Anwendungen auf Basis von Smart Contracts traditionelle Finanzinstrumente wie Kredite und Versicherungen nachzubilden. Um mit DeFis zu interagieren, „blockieren“ Krypto-Besitzer ihre Vermögenswerte in Protokollen. Ende 2020 übersteigt das blockierte Gesamtvolumen (TVL) laut einer Statistik von DeFi-Pulse bereits 15 Milliarden US-Dollar – und steigt stetig weiter.

Als erster Schweizer Kanton kündigt Zug, auch bekannt als „Crypto Valley“, an, dass Bürgerinnen und Bürger ab 2021 erstmals ihre Steuerschulden auch mit Kryptowährungen begleichen können. Akzeptiert werden laut der Mitteilung vom September 2020 Bitcoin und Ether; benötigt wird ein QR-Code, der bei der Zuger Steuerverwaltung beantragt werden kann.

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Quartal 4

„Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden“

Die Bereiche Blockchain Technologie und digitale Währungen beschäftigen 2020 auch verstärkt die EZB: Die europäische Zentralbank startet Mitte Oktober eine interne Testphase zum digitalen Euro. „[…] Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden“, sagt EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einem Statement. Der digitale Euro steht im Gegensatz zu Kryptowährungen unter Aufsicht einer Zentralbank und ist als Ergänzung zum Bargeld und nicht als Ersatz gedacht.

Ende Oktober 2020 überrascht PayPal die Finanzwelt: Der US-Zahlungsriese kündigt an, seinen 350 Millionen Nutzern ab 2021 Krypto-Dienste bei über drei Millionen Online-Händlern anbieten zu wollen. Ab 2021 sollen Kunden in den USA via PayPal mit Kryptowährungen bezahlen können. Geplant sei, das Angebot auf weitere Länder zu erweitern.

Der November ist die Zeit für Ankündigungen – die im Fall von Facebooks Kryptowährung Libra kleiner als gedacht ausfallen: Nach Informationen der Finanicial Times soll die Kryptowährung der Genfer Libra Association, die samt Facebook aus 27 Mitgliedern besteht, 2021 in einem begrenzten Umfang starten. Im ersten Schritt ist nur eine einzige Coin, die durch den Dollar gesichert ist, geplant. Nachricht Nummer 2 folgt sogleich: Libra heißt jetzt „Diem“. Der neue Name soll die Unabhängigkeit des Stablecoin von Facebook betonen und negative Pressemeldungen abschütteln.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC nimmt sich derweil Ripple vor. Die Kryptowährungsplattform und zwei der Co-Gründer müssen sich wegen des illegalen Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere vor Gericht verantworten. Die Folge: der Kurs von XRP bricht ein und Krypto-Börsen wie Coinbase, Bitstamp und Bittrex kündigen De-Listings von XRP-Tauschpaaren an.

Gute Nachrichten gibt’s zum Jahresende von Ethereum. Um weiteres Wachstum sicherzustellen, begann im Dezember Phase 0 (Phase 0 = Beacon Chain, die Beacon Chain wurde am 1. Dezemeber 2020 um 12:00 pm UTC ausgeliefert) der Implementierung von Ethereum 2.0. Dabei wird ein weniger rechenintensives und damit weniger energieaufwendiges Konsensverfahren eingesetzt, so die Computerbild. Ziel des mehrjährigen Prozesses ist, Mining (Proof of Work) durch Staking (Proof of Stake) zu ersetzen.

Und wie geht’s weiter im Jahr 2021?

Sicher ist: Alles bleibt anders. Im Januar sorgten bereits das Corona-Impfchaos in der EU, das Gamestop-Battle von Kleinanlegern mit Hedgefonds und ein Allzeithoch, bei dem der gesamte Kryptowährungsmarkt zum ersten Mal über 1 Billion US-Dollar erreichte, für Schlagzeilen. Spannend bleibt 2021 also auf jeden Fall für Krypto-Schürfer, -Trader, -Investoren und alle, die noch vom Beckenrand zuschauen und zögern, in den großen Krypto-Ozean einzutauchen

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