Kryptowährungen – eine Anleitung für Einsteiger

Published on 26. June 2019
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Kryptowährungen – eine Anleitung für Einsteiger

Was steckt hinter Kryptowährungen und der Blockchain und wie kann ich mit Kryptowährungen handeln? Eine Anleitung für Einsteiger.

Was sind Kryptowährungen und die Blockchain? 

Zunächst einmal ist es wichtig, beide Begriffe auseinander zu halten. Als Blockchain wird eine speziell aufgebaute Datenbank bezeichnet, die ihre Informationen dezentral (also auf vielen verschiedenen Computern weltweit) verteilt, speichert und synchronisiert. Wie der Name schon sagt, kann man sich die Datenbank als eine Kette von Datenblöcken vorstellen, innerhalb derer jeder Block mit einem Zeitstempel und einem Verweis auf den vorherigen Block gekennzeichnet ist. Eine Änderung der Blöcke ist daher so gut wie nicht möglich (man müsste dazu gleichzeitig auch alle damit verbundenen Blöcke ändern, die aber auf anderen Computern irgendwo auf der Welt gespeichert sind). Somit gilt die Blockchain-Technologie als sehr manipulations- und ausfallsicher.

Kryptowährungen sind hingegen ein einzelner Anwendungsfall der Blockchain-Technologie. Als „Mutter aller Kryptowährungen“ gilt dabei der Bitcoin, der 2009 als erste Kryptowährung „live“ gegangen ist. Geprägt von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise war die primäre Grundidee von Bitcoin ein neues, schnelleres, günstigeres und für jedermann zugängliches Zahlungssystem zu erschaffen, das unabhängig von Banken und staatlichen Institutionen funktioniert – das Netzwerk soll sich faktisch selbst steuern. Das funktioniert, da jede Transaktion in der Blockchain unveränderlich abgespeichert wird und anschließend für alle im Netzwerk nachvollziehbar ist. Dass der Bitcoin aber in der Realität überwiegend als Spekulationsobjekt genutzt wird (und damit in erster Linie nicht seinem primären Zweck dient), hat unter anderem mit der limitierten Menge zu tun. Denn das Bitcoin-System wurde so programmiert, dass die maximale Menge 21 Millionen Bitcoin beträgt und von niemandem mehr nachträglich beeinflusst werden kann. Bei steigender Nachfrage nach Bitcoin erhöht sich dadurch zwangsweise auch der Preis, was natürlich höchst interessant für Investoren ist.

Welche Kryptowährungen gibt es?

10 Jahre nach Start des Bitcoins existieren inzwischen weit mehr als 2.000 verschiedene Kryptowährungen und quasi täglich kommen neue hinzu. Einige von ihnen ähneln sich sehr, andere wiederum unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Technologie und ihrem Zweck stark voneinander. Denn neben Kryptowährungen, die faktisch nur als Spekulationsobjekt gesehen werden, haben sich in der Zwischenzeit auch viele Kryptos herausgebildet, die einem bestimmten Nutzen dienen. Ein bekanntes Beispiel ist zum Beispiel der Binance Coin (BNB), die „hauseigene Kryptowährung“ der Krypto-Börse „Binance“. Inhaber dieser Kryptowährung haben einen klaren Nutzen, sie können die Coins dafür verwenden, die Handelsgebühren auf dieser Börse zu reduzieren.

Gemessen an ihrem Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung erkennt man schnell die „Top 5 der Kryptowährungen“ und die immer noch starke Dominanz von Bitcoin:

  1. Bitcoin (BTC) – ca. 56%
  2. Ethereum (ETH) – ca. 10%
  3. Ripple (XRP) – ca. 7%
  4. Bitcoin Cash (BCH) – ca. 3 %
  5. Litecoin (LTC) – ca. 3 %
     

Einen guten Überblick über die verschiedenen Kryptowährungen und ihre Entwicklung findest du hier:
coinmarketcap.com/de.

Wie kann ich Kryptowährungen kaufen?

Bevor du das erste Mal Kryptowährungen erwerben kannst, sind die folgenden Schritte notwendig:

Online- oder Offline-Wallet?

Zunächst einmal benötigst du eine eigene „Wallet“ – sie ist sozusagen das Konto für deine zukünftigen Kryptowährungen. Dabei unterscheidet man zwischen „Online-Wallets“ und „Offline-Wallets“. Wie der Name schon sagt, bleiben bei Online-Wallets die Zugangsdaten online gespeichert. Dies ist deutlich bequemer für den Nutzer, da auf diese Weise ein schnelleres Handeln möglich ist. Allerdings kann dadurch ein Zugriff durch Hacker nicht ausgeschlossen werden. Es gibt eine Reihe von Anbietern im Internet, die kostenlose Online-Wallets zur Verfügung stellen. Eine sehr beliebte und einfach zu bedienende Online-Wallet ist z.B. die Trust-Wallet für dein Smartphone.

Als deutlich sicherer hingegen gelten die Offline-Wallets. Ein beliebter Vertreter der Offline-Wallets ist die Papier-Wallet. Vereinfacht gesagt, werden die Zugangsdaten zu deiner Wallet auf einem Blatt Papier ausgedruckt (und nicht online gespeichert), welches du dann an einem sicheren Ort aufbewahrst. Es gibt aber auch weitere Formen von Offline-Wallets (z.B. spezielle Sticks), auf denen du deine Kryptowährungen speichern kannst. Der Offline-Wallet Anbieter TREZOR beispielsweise, bietet eine Auswahl an handlicher Hardware. Aktuell spart man hier sogar 10% beim Kauf einer Offline Lösung.

Die Krypto-Börse

Sobald du dich für eine Wallet-Art entschieden hast, musst du dir eine bzw. verschiedene Krypto-Börsen aussuchen, auf denen du handeln möchtest. So wie eine Menge an verschiedenen Kryptowährungen existiert, gibt es auch eine große Anzahl an Handelsplätzen. Achte bei der Auswahl einer Börse auf die Anzahl der angebotenen Kryptowährungen (z.B. sind speziellere Kryptowährungen meist nur auf vereinzelten Börsen erhältlich, wohingegen Bitcoin auf den meisten Börsen erhältlich ist), auf die Benutzerfreundlichkeit, die Sicherheitsstandards (eine 2-Faktor-Authentifizierung ist hier Pflicht!) und die Gebührenstruktur.

Darüber hinaus kann man die verschiedenen Handelsplätze auch in Krypto-zu-Fiat-Börsen und in Krypto-zu-Krypto-Börsen einteilen. Als Krypto-zu-Fiat-Börse wird ein Handelsplatz bezeichnet, auf dem du „klassische“ Währungen wie z.B. den Euro (Fiat) in ausgewählte Kryptowährungen wechseln kannst (in der Regel werden hier die „Top 10“ der Kryptos angeboten). Bekannte Krypto-zu-Fiat-Möglichkeiten stellen z.B. Coinbase oder bitcoin.de dar. Dank der Partnerschaft der Fidor Bank mit bitcoin.de kommen Fidor-Kunden zudem in den Genuss des Express-Handels. Mehr Infos dazu findest du auf Bitcoin.de.

Krypto-zu-Krypto-Börsen sind hingegen Handelsplätze, auf denen du Kryptowährungen nur gegen andere Kryptowährungen tauschen kannst. Hier erhältst du dann auch „speziellere“ Kryptowährungen. Bekannte Börsen sind hier z.B. Binance, Kraken oder Bitfinex. Wenn du also Euro in eine speziellere Kryptowährung investieren willst, läuft dieser Trade in der Praxis über zwei Plattformen ab. Zunächst tauschst du auf einer Krypto-zu-Fiat-Börse deine Euros in eine der „Haupt-Kryptos“ (z.B. Bitcoin) um, bevor du diese Bitcoins an eine Krypto-zu-Krypto-Börse sendest, um dort deine Wunsch-Kryptowährung zu handeln.

Die Wahl der Kryptowährung

Sobald du dich auf der Krypto-Börse deiner Wahl registriert und gegebenenfalls legitimiert hast (in der Regel setzen die Börsen ab einem gewissen zu investierenden Betrag eine Online-Legitimierung voraus), kann der Handel losgehen. Doch viele Neulinge stehen nun vor der Frage: in welche Kryptowährung soll ich investieren? Hier gibt es keine allgemeingültige Regel, da dies natürlich von den individuellen Zielen des Investors abhängt. Analog dem Handel mit Aktien gilt auch hier die Regel: „Wer streut, der rutscht nicht aus!“. Das heißt, das gesamte zu investierende Kapital auf eine Kryptowährung zu setzen, ist deutlich riskanter, als es auf mehrere verschiedene Kryptowährungen zu verteilen. Einen guten Überblick zu den verschiedenen Kryptowährungen findest zu z.B. auf CryptoCompare. Darüber hinaus sollte jedes Investment – vor allem im Krypto-Bereich – sehr gut überlegt, gut analysiert und vor allem nicht überstürzt angegangen werden. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein hohes Verlustrisiko für dein eingesetztes Kapital bis hin zum Totalverlust. Die wichtigste Regel daher zum Schluss: Setze nur jene finanziellen Mittel ein, deren teilweisen oder vollständigen Verlust du dir auch leisten kannst!

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