Was sind eigentlich… Krypto-ETNs?

16.09.21
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Was sind eigentlich… Krypto-ETNs?

Krypto + ETF = Traumkombi? Ganz so einfach ist es nicht. Bei Exchange Traded Funds auf Kryptowährungen handelt es sich hierzulande um Krypto-ETNs (Exchange Traded Notes). Infos, Know-how und Chancen dieser Sonderform der Zertifikate.

Was haben Kryptowährungen und Exchange Traded Funds (ETFs) gemeinsam? Wie Bitcoin und Co. sind auch die Indexfonds beliebt wie nie: Besonders in den USA nimmt der Erfolg der passiven Anlagen, die Aktienindizes wie beispielsweise den NASDAQ nachbilden, nicht ab. Investoren schütten im Rekordtempo Geld in ETFs: In den USA börsennotierte ETFs haben laut Bloomberg seit Jahresbeginn bereits fast 500 Milliarden US-Dollar eingesammelt, mehr als jemals zuvor. Aber Achtung, ETFs sind als Anlageprodukt nicht ohne Risiko – je spezieller desto risikoreicher. Verbraucherschützer:innen raten deshalb zum genauen Blick in die Details.

ETFs: Beliebter Mix mit geringen Kosten

Die börsengehandelten Indexfonds sind in der anhaltenden Nullzinsphase nicht nur zum beliebten Ersatz für Spar- und Festgeldkonten geworden, sondern auch für Fonds. Die algorithmische Anpassung an den Verlauf des Basis-Index lässt Fondsmanager überflüssig werden – und macht ETFs kostengünstig. Anleger:innen können damit in die unterschiedlichsten Themen, Branchen, Anlageklassen, Länder, Regionen und Strategien investieren. Auch wer nach den Sternen greifen will, wird fündig: Unter dem Tickerkürzel Yoda startete am 15. Juni 2021 der Procure Space ETF als Europas erster Raumfahrt-ETF an der Deutschen Börse.

Keine Indexfonds mit nur einem Bestandteil

Aber was ist mit Krypto-ETFs? Schließlich wollen viele ihren Bestand an Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen als digitale Geldanlage statt als Zahlungsmittel nutzen. Zudem ist der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin selbst für Profis manchmal kompliziert und schwierig umzusetzen. Da käme ein Bitcoin-oder Ethereum-ETF vielen wie gerufen, um das Portfolio zu erweitern und mehr Möglichkeiten für Krypto-Investitionen zu haben. Bereits 2017 gaben in den USA in einer Umfrage zu Kryptowährungsinvestitionen über 50 Prozent der Befragten an, dass sie Bitcoin lieber über einen börsengehandelten Fonds (ETF) besitzen würden. Wer nun genauer hinschaut, merkt: „Echte“ Krypto-ETFs gibt es in den meisten Ländern nicht – die UCITS-Richtlinien bei in Europa handelbaren Fonds schieben dem einen Riegel vor. Der rechtliche Rahmen bremst Indexfonds mit nur einem Bestandteil aus.

Krypto-ETNs: wer, wie, was

Aber es gibt Krypto-ETNs: Das Kürzel steht für Exchange Traded Notes und bietet die Möglichkeit, in (Krypto-)Währungen zu investieren. Bei ETNs handelt es sich um börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen. Mit Krypto-ETNs können Anleger:innen an der Wertentwicklung der jeweiligen Kryptowährung partizipieren. Wichtig zu wissen: Die meisten ETNs halten große Teile der Investments in physischen Coins. Die Anbieter von Krypto-ETNs müssen einen digitalen Token oder eine digitale Währung (z. B. Bitcoin oder Ether) besitzen, um potenziellen Anteilseignern ein Investment in diese Währung zu ermöglichen. Der ETF-typische klassische Mix fehlt bei dieser Sonderform der Zertifikate allerdings.


Kurzer Exkurs:

ETNs gehören wie ETFs und ETCs (Exchange Traded Commodities) zu den Exchange Traded Products (ETPs). Das sind passiv gemanagte, an der Börse handelbare Wertpapiere. Mit Exchange Traded Products können Anleger:innen auf die Kursentwicklung von Aktien, Anleihen, Rohstoffen oder Währungen setzen. Das Ziel: Einen bestimmten Index oder Basiswert so exakt wie möglich abzubilden und so eine vergleichbare Wertentwicklung erzielen.

Deutsche Börse bei Krypto-ETN-Handel vorn

Die Deutsche Börse startete im Juni vergangenen Jahres als erste Börse weltweit den Handel mit Krypto-ETNs. Mittlerweile stehen Anlegern elf ETNs von vier Anbietern auf Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether und Litecoin zur Verfügung. „Investoren müssen dadurch nicht mehr auf unregulierte Handelsplätze ausweichen, um Anlagen in Kryptowährungen zu tätigen“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Börse, die mit einem monatlichen Orderbuchumsatz von rund einer Milliarde Euro (Stand April 2021) in ihrem elektronischen Handelssystem Xetra Marktführer beim Krypto-ETN-Handel in Europa ist. Eine Übersicht über Krypto-ETNs und ihre Wertentwicklung findet sich zum Beispiel bei der Plattform „JustETF“.

Eurex mit neuem Bitcoin-ETN

„Um die signifikante Nachfrage von institutionellen Investoren“ zu erfüllen, hat Eurex, die europäische Terminbörse im Besitz der Deutschen Börse, zuletzt Bitcoin-ETNs eingeführt. Mit diesem Schritt werde der erste regulierte Markt für Bitcoin-bezogene Derivate in Europa geschaffen, so Randolf Roth, Mitglied des Eurex-Vorstands. Die Kontrakte, die am 13. September eingeführt wurden, basieren auf dem an der Frankfurter Börse notierten BTCetc Bitcoin Exchange Traded Crypto (Ticker: BTCE). Das Derivat bietet Zugang zum Preis von Bitcoin „in einem regulierten, börslichen und zentral abgewickelten Umfeld“, so Roth.

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USA: SEC bremst Krypto-ETFs aus

In den USA kommt nur langsam Bewegung ins Thema Krypto-ETFs: Dort hatte zuletzt die mächtige US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) einen ETF namens VanEck Bitcoin Trust abgelehnt. Im Juni 2021 verkündete die SEC immerhin, die Frist für die Entscheidung über eine erneute Zulassungsprüfung zu verlängern. Angesichts der Nachfrage nach dem Produkt dürfte die Zulassung nur eine Frage der Zeit sein, gab sich Jan van Eck, CEO von Van Eck Associates, gegenüber dem TV-Sender CNBC optimistisch. Bereits 2017 hatte van Eck erfolglos versucht, einen solchen Fonds bei der SEC zu listen. Die US-Börsenaufsicht hat bisher noch keinen Krypto-ETF genehmigt, obwohl sie bereits weit über ein Dutzend Anträge erhalten hat. Experten erwarten, dass mit der Einführung von Krypto-ETFs wesentlich mehr Anleger auf den Markt strömen werden und damit einen neuen Boom auslösen.

Krypto-ETF-Eldorado Kanada

Eine Alternative bietet sich für Krypto-Anleger seit Februar 2021 in Kanada: Dort wurde im Februar 2021 die weltweit erste Reihe von Kryptowährungs-ETFs an der Börse eingeführt. „Seitdem hat diese ETF-Kategorie ein exponentielles Wachstum erlebt und bis zum 31. August ein verwaltetes Vermögen von fast 4,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt“, berichtet Pat Dunwoody, geschäftsführende Direktorin der Canadian ETF Association (CETFA), der ersten ETF-Vereinigung der Welt.

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