Vor- und Nachteile der Klein­un­ter­neh­mer­rege­lung

Published on 09. February 2021
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Vor- und Nachteile der 
Klein­unter­nehmer­regelung

Die Klein­unter­nehmer­regelung wurde vom Gesetzgeber ins Leben gerufen, um Existenzgründungen einfacher und weniger bürokratisch zu gestalten. Die Grundlage dafür bildet § 19 UStG. Der Hauptvorteil dabei: Sie müssen keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Anstatt sich mit Themen wie Steuern und Umsatzsteuervoranmeldung herumzuschlagen, können Sie sich auf das konzentrieren, was am Anfang wahrscheinlich am meisten zählt: den Aufbau des Unternehmens und die Generierung der ersten Umsätze.

Für wen gilt die Regelung?

Der größte Haken: Die Klein­unter­nehmer­regelung gilt nicht für jeden. Sie können die Regelung nur in Anspruch nehmen, wenn:

  1. Ihr Umsatz im Vorjahr 22.000 Euro (bis 2019: 17.500 Euro) nicht überschritten hat und
  2. Ihr Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird (die Prognose hierfür erstellen Sie selbst)
     

Die Klein­unter­nehmer­regelung kann theoretisch über mehrere Jahre hinweg in Anspruch genommen werden, solange beide Voraussetzungen vorliegen.

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Wie kann ich die Klein­unter­nehmer­regelung beantragen?

Wer in Deutschland ein neues Gewerbe anmeldet, bekommt in der Regel von seinem Finanzamt einen „Fragenbogen zur steuerlichen Erfassung“ zugeschickt. In diesem Fragebogen können Sie ankreuzen, ob Sie die Klein­unter­nehmer­regelung in Anspruch nehmen oder darauf verzichten möchten (vorausgesetzt natürlich der Umsatz liegt unterhalb der oben genannten Werte).

Vor- und Nachteile der Klein­unter­nehmer­regelung

Der große Vorteil der Klein­unter­nehmer­regelung liegt vor allem darin, dass Sie sich voll aufs Wesentliche konzentrieren können: Die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Akquise der ersten Kunden. Dies kann ein entscheidender Vorteil sein, gerade zu Beginn der Selbstständigkeit. Kleinunternehmer sind grundsätzlich berechtigt eine „einfache Buchführung“ zu betreiben (zumindest, wenn sie nicht als Kaufleute gelten - außer § 241a Abgabenordnung greift - und nicht im Handelsregister eingetragen sind).

Richtet sich das Angebot vornehmlich an Privatkunden, besteht mit der Klein­unter­nehmer­regelung möglicherweise ein Wettbewerbsvorteil, da Leistungen ohne Umsatzsteuer und somit günstiger als bei der Konkurrenz angeboten werden können.

Bei Firmenkunden als Zielgruppe sieht das Ganze anders aus: Suchen diese beispielsweise nach Webdesignern oder IT-Beratern, bevorzugen sie tendenziell jene Anbieter, welche die Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen. Schließlich wird genau diese Umsatzsteuer üblicherweise vom Finanzamt erstattet.

Und damit sind wir beim nächsten Problem: Nehmen Sie die Klein­unter­nehmer­regelung in Anspruch, verzichten Sie zwangsläufig auf den Vorsteuerabzug. Sie bekommen die Umsatzsteuer, die Sie bezahlen (z.B. für Investitionsgüter oder Warenkäufe), also nicht vom Finanzamt erstattet. Dies kann insbesondere dann ein gravierender Nachteil sein, wenn hohe Investitionen geplant sind.


Beispiel:

Sie wollen sich als Fotografin selbstständig machen und in eine Kameraausstattung für 11.900 Euro investieren. Als „normale“ Unternehmerin erhalten Sie die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer (in diesem Fall 19 %, also 2.261 Euro) von Ihrem Finanzamt erstattet. Sind sie als Kleinunternehmerin tätig, ist dies nicht der Fall.

Wer Wert auf ein „hohes Prestige“ legt, sollte sich die Inanspruchnahme der Klein­unter­nehmer­regelung ebenfalls gut überlegen. Unternehmer, die in ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, offenbaren damit, dass sie (zumindest im Vorjahr) keinen Umsatz von mehr als 22.000 Euro hatten und möglicherweise noch nicht lange am Markt sind. In bestimmten Branchen kann einem dieser Umstand möglicherweise als Mangel an Erfahrung oder Finanzkraft ausgelegt werden.

Kann ich auch wechseln?

Ein Wechsel von der Klein­unter­nehmer­regelung zur normalen Umsatzbesteuerung ist jederzeit möglich. Ein formloses Schreiben an das Finanzamt genügt. Doch Achtung: Wer freiwillig auf die Klein­unter­nehmer­regelung verzichtet, macht dies für mindestens fünf Jahre. Ein ständiger Wechsel zwischen den beiden Besteuerungsarten ist nicht möglich.

Ist die Klein­unter­nehmer­regelung das Richtige für mich?

Die Klein­unter­nehmer­regelung kann eine deutliche Erleichterung in den ersten Jahren einer Neugründung darstellen, insbesondere wenn sich das Angebot in erster Linie an Privatkunden richtet und keine großen Investitionen oder Wareneinkäufe anstehen. Der bürokratische Aufwand, der am Anfang einer Selbstständigkeit oft noch undurchschaubar ist, kann dadurch erheblich sinken. Als nachteilig kann sich die Klein­unter­nehmer­regelung erweisen, wenn sich das Angebot in erster Linie an Firmenkunden richtet, hohe Investitionen oder Wareneinkäufe anstehen. Vom Vorsteuerabzug kann dann nicht profitiert werden.

Dieser Artikel wurde uns von BillingEngine zur Verfügung gestellt.

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