Corona-Finanzplan: Spar dir was

Published on 07. May 2020
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Corona-Finanzplan:
Spar dir was

Corona bedeutet: Zur Sorge um die Gesundheit kommt die Furcht vor finanziellen Engpässen. Wie du unnötige Ausgaben vermeidest und in schwierigen Zeiten Geld sparen kannst.

Alles anders. Das Coronavirus hat das Leben vieler Menschen weltweit schlagartig verändert. Nicht nur gesundheitlich; auch wirtschaftlich. Ökonomen erwarten eine weltweite Rezession. In den USA beantragten allein in den letzten beiden März-Wochen fast 10 Millionen Amerikaner Arbeitslosengeld. Auch in Deutschland kämpfen viele Menschen damit, keinen Job mehr zu haben oder unterbeschäftigt zu sein. Im April sind die Arbeitslosenzahlen Corona-bedingt drastisch gestiegen und bis Ende des Monats haben Unternehmen für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Vom monatelangen Shutdown sind Kleinstunternehmen und Freiberufler besonders betroffen – ohne Aufträge ist ihre Existenz bedroht und sie haben meist nur geringe Rücklagen. Finanzielle Sorgen und die Frage, wie es weitergeht, plagen aber auch diejenigen, die (noch) einen Job haben. Zeit für einen Corona-Finanzplan, mit dem du unnötige Ausgaben vermeiden und sicher durch die Krise steuern kannst.

1. Rücklagen checken

Das Wort klingt altmodisch, ist aber in der Corona-Krise aktuell wie nie: Wer über einen „Notgroschen“ verfügt, kann sich auf die Schulter klopfen – und ist in guter Gesellschaft: Mehr als ein Drittel ihres Geldvermögens halten die privaten Haushalte in Bargeld und Sichteinlagen. Wie hoch das persönliche finanzielle Polster sein sollte, ist individuell unterschiedlich: Wer hohe Ausgaben hat, braucht hohe Reserven, umgekehrt kommt derjenige, der als Single nur ein WG-Zimmer bezahlen muss und kein Auto hat, mit einer geringeren Summe aus. Experten empfehlen zwischen drei und sechs Nettogehältern als Rücklage. Wichtig: Das Geld muss kurzfristig verfügbar sein und sollte im risikolosen Teil des Portfolios zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufenden Bundesanleihen geparkt sein, empfiehlt der Blogger und Finanzberater Christoph Geiler.

Wenn nicht jetzt, wann dann? Die COVID-19-Krise scheint genau die Art von Anlass, bei dem es okay ist, Geld vom Sparkonto abzuheben. Schließlich ist der Notgroschen dazu da, unvorhergesehene Ausgaben abzudecken. Gleichzeitig ist es angesichts der vielen Unwägbarkeiten der Corona-Krise wichtig, die Rücklagen so klug wie möglich anzuzapfen.

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2. Ausgaben auflisten

Nach einem Kassensturz, um zu klären, wieviel Geld du aktuell zur Verfügung hast, folgt der nächste Schritt: Liste alle laufenden Ausgaben auf. Dazu zählen zum Beispiel Miete, Strom und Ausgaben für Lebensmittel, Versicherungen sowie Verkehrsmittel. Gute Nachricht für alle, die aktuell im Homeoffice arbeiten: Sie sparen gerade automatisch Geld – die Fahrtkosten fallen weg.

Nun geht deine Spar-Mission in die finale Runde: Geldfresser identifizieren und Ausgaben senken.

3. Sparrate anpassen

New York, Rio, Tokio. Wer für eine große Reise oder Ähnliches spart, kann das monatlich dafür eingeplante Geld kurzfristig umwidmen und dazu nutzen, um den persönlichen Notgroschen aufzustocken oder Einkommensverluste durch Kurzarbeit auszugleichen. Kopf hoch: Die Reise oder der Immobilienkauf sind nur aufgeschoben und nicht für alle Zeiten passé. Reichen die eigenen finanziellen Möglichkeiten allerdings nicht mehr aus, um die bisherige Sparrate beizubehalten, dann sollte der Sparplan pausiert oder reduziert werden. Eine vorzeitige Kündigung ist meist keine gute Idee: In vielen Fällen geht das mit erheblichen Einbußen einher.

4. Bye, bye Geldfresser

Mit Freunden ins Kino oder Essen gehen – Fehlanzeige. Was bleibt zur Abendunterhaltung? Lesen, Filme schauen oder Computerspiele zocken. Kein Wunder, dass Streamingdienste von der Krise profitieren. Doch hier sollte man sich zum Beispiel durch kostenlose Testmonate nicht in Versuchung führen lassen, meint die Wirtschafts- und Finanzexpertin Judith Engst. Nach dem Köder-Angebot werden monatliche Gebühren fällig, die man sich sparen kann: So rät Engst im Brigitte-Podcast „What the Finance?“ stattdessen die Mediatheken der TV-Sender zu durchforsten. Für Waren des täglichen Bedarfs können Abos dagegen sinnvoll sein: Ein Rasierklingen- oder Windel-Abo sei häufig günstiger als der Einzelkauf, so die Autorin des Buches „Finanzielles Fasten“.

Beim Besuch des Supermarktes empfiehlt sie Beugen und Strecken: Die günstigen Angebote finden sich meist in den unteren und oberen Regalen. Auch die (Lese)-Brille gehört beim Shopping ins Gepäck: Wer sparen will, muss Preise vergleichen – und das Kleingedruckte auf dem Preisschild lesen. Dort findet sich neben dem Endpreis auch der Grundpreis, das ist der Preis pro Kilogramm oder Gramm. Noch ein Tipp: Ein Haushaltsbuch – ob digital oder mit Stift und Papier – hilft beim Sparen.

5. Pause-Taste für Versicherungen

442 Millionen Versicherungsverträge von Bürgern und Unternehmen gibt es in Deutschland, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Klar, dass auch hier Sparpotenzial schlummert. Gesetzlich vorgeschrieben für Privatpersonen sind allein die Krankenversicherung, die Kfz-Haftplicht und für viele auch die gesetzliche Rentenversicherung. Alle anderen Versicherungen sind freiwillig – und teilweise unnötige Geldfresser. Verbraucherschützer nennen hier die Glasbruchversicherung, Handy-Versicherung und Insassenunfallversicherung. Freiwillig, aber quasi ein Muss für jeden ist dagegen eine Privathaftpflichtversicherung, die einspringt, wenn man anderen Schaden zufügt, so die Verbraucherzentrale. Doch auch da lässt sich sparen: Mit einem Jahresvertrag bleibst du flexibel und kannst zu einem günstigeren Anbieter wechseln – zum Beispiel zu einem Direktversicherer. Außerdem günstig: Beiträge jährlich zahlen statt monatlich. Und bei wem wegen Corona richtig Ebbe in der Kasse ist, der kann Versicherungsbeiträge noch bis Juni 2020 stunden, berichtet Franz-Josef Tenhagen von Finanztip.de.

6. Steuern stunden

Wer den Gürtel noch enger schnallen muss, kann momentan auch ganz legal dem Finanzamt die kalte Schulter zeigen: Kleine Firmen, Mittelständler und Solo-Selbstständige können wegen der Corona-Krise um Steuerstundungen bis zum 31. Dezember 2020 bitten. Und wenn du beispielsweise Auftragsrückgange durch Stornierungen hattest (und das beim Finanzamt nachweist), ist es auch möglich, Steuervorauszahlungen auszusetzen oder zu senken. Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer dürfen zudem herabgesetzt werden, wenn die Einkünfte im laufenden Jahr voraussichtlich geringer ausfallen. Auch gut fürs Krisen-Budget: Die Finanzämter verzichten bis Ende des Jahres darauf, überfällige Steuerschulden zu vollstrecken.

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