Initiative Q – der neue Crypto-Zug, auf den wir alle aufspringen sollten?

Published on 24. August 2018
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Initiative Q – Der Blick in die Zukunft oder Augenwischerei? 

Der Unternehmer und Halbprofi-Pokerspieler Saar Wilf will das globale Zahlungssystem umkrempeln und setzt dabei auf eine digitale Währung namens Q. Was und wer verbirgt sich hinter dem neuen Hype?

 

Was ist Initiative Q?

Man mag sich an James Bond, den Intelligenzquotienten oder an das englische Wort „queue“ (also anstehen oder Warteschlange) erinnert fühlen. Ende Juli 2018 ist mit Initiative Q wieder einmal ein Krypto-Unternehmen auf den Finanzmarkt gestoßen, das mit dem Versprechen auf leicht verdientes Geldes lockt.

„Wie Gratis-Bitcoins vor sieben Jahren“, so bietet die Initiative Q ihre neue Währung in einer derzeitig großangelegten Aktion auf ihrer Webseite gratis feil. Diese kommt bewusst minimalistisch daher und enthält kleine Spielchen und Schaltflächen zum Anklicken, die in der Branche als Mikro-Verpflichtungen bekanntermaßen Vertrauen aufbauen und stärken können.   

Im Zentrum steht der Ticker, auf dem ein Dollarbetrag beständig sinkt; eine Taktik, die zum Handeln anspornen soll. Im Video stellt sich das Unternehmen dann als „weltweites Experiment“ vor, das uns Folgendes verrät:

Unsere heutigen Zahlungssysteme wurden vor Jahrzehnten entwickelt, sie sind angreifbar, langsam und teuer. Neue, modernere Zahlungssysteme sind längst entwickelt, kommen aber nicht zum Zuge, denn wie beim Huhn und beim Ei kann ein Netzwerk sich ohne Käufer oder Verkäufer schwer entwickeln. Aus diesem Grund bietet Initiative Q gleich beides zusammen an: das System und die dazugehörige Währung. Und je schneller wir uns dem Netzwerk anschließen, desto mehr Qs können wir abkriegen.

Was ist ein Q und wie bekommt man ihn?

Laut Website werden die Münzen bei einem Start des Netzwerks zu einem Preis freigegeben, der einen stabilen Wechselkurs von etwa einem Q pro Dollar gewährleisten soll.

Um Qs zu ergattern, müssen Interessenten nichts weiter tun, als sich mit ihrem Namen und ihrer E-Mail-Adresse anzumelden. Sobald sich ein Nutzer registriert hat, erhält er 13.000 Q-Münzen, also 10 Prozent seiner gesamten möglichen Q-Zuwendung. Wenn dieser Nutzer fünf weitere Personen innerhalb von 96 Stunden einlädt und verifiziert, gibt es noch einmal 40 Prozent für sie oder ihn dazu. Wieder zehn Rekruten bringen dem Nutzer eine weitere potentielle Summe.

 

Auf Facebook wächst die Community stetig, überall im Netz kursieren die persönlichen Links, mit denen bereits überzeugte Qler um die Mitglieder werben, die ihnen selbst mehr Qs einbringen sollen.

 

Wer steht hinter Initiative Q?

Der in Israel geborene Saar Wilf, 44, kann schon jetzt eine Erfolgsbilanz vorweisen, was Unternehmensgründungen im Finanzbereich angeht. Als Alumnus der israelischen Intelligence-Einheit 8200 war er Mitbegründer der Fraud Sciences Corp., einer Firma aus Tel Aviv, die Profiling-Methoden zur Identifizierung betrügerischer Transaktionen einsetzte. Im Jahr 2008 erwarb PayPal Fraud Sciences, das seitdem das Rückgrat seiner aktuellen Betrugsbekämpfungssysteme bildet. Im Jahr 2010 wurde Trivnet.com, ein Zahlungsunternehmen, das Wilf 1997 mitbegründete, von der digitalen Sicherheitsfirma Gemalto aufgekauft.

Seitdem ist Wilf aktiver Investor und spielt zudem semi-professionell Poker: 2011 wurde er Sechster beim EPT (European Poker Turnier) in Barcelona und sammelte 208.000 $ (rund 145.000 €) ein.

 

 

Wo ist der Haken?

Auf initiativeq.com kann sich nur registrieren, wer dazu eingeladen wird – ein Erfolgsrezept, um viral zu gehen. Aber was passiert letztendlich mit unseren Daten (immerhin Name und E-Mail-Adresse)? Und wie und wann kann das System funktionieren? An welchen Markt und welche Anleger wendet sich Intelligence Q? Auf der Website gibt es dazu leider zu wenige Informationen.

Grundsätzlich ist die Idee nicht neu. Auch bei Initiative Q handelt es sich um ein Initial Coin Offering (ICO), bei dem Einheiten (Token) einer virtuellen Währung verkauft werden, die sich noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung oder sogar noch im Status eines theoretischen White Papers befindet.

Wer aber ein ICO durchführen will, unterliegt strengen Regulatorien, denn das deutsche Aufsichtsrecht kann nicht dadurch umgangen werden, dass der Sitz der die Token anbietenden Gesellschaft beispielsweise in den USA liegt.

Somit hält sich das Unternehmen sehr bedeckt. Wo und wann soll das System gelauncht werden? Was ist mit rechtswirksamen ICO-Bedingungen für verschiedene Länder? Wo ist der Hauptsitz des Unternehmens und wer leitet das Team? Zu viele Fragen, zu wenig Antworten. Das muss nicht, kann aber als Anzeichen von Betrügerei gewertet werden.

Es wird interessant, dieses Projekt weiter zu beobachten, aber vorerst ist unser Fazit: Finger weg.

 

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