Das goldene Zeitalter?

Published on 21. March 2019
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Gold ist Gold ist Gold

Überall Krise? Gold kann das Vermögen schützen – mit dem richtigen Edelmetall-Masterplan. Alles über Dos and Don‘ts beim Goldkauf.

 

„Au“ ist kostbar, exklusiv, besonders. Das chemische Kürzel steht für ein rares Material: Gold. Das gelbe Edelmetall wird seit Jahrtausenden für rituelle Gegenstände, für Schmuck und als Zahlungsmittel verwendet. Obwohl bereits in der Antike Gold abgebaut wurde, kamen über die Jahrtausende gerade mal 170.000 Tonnen zusammen. Zum Vergleich: Die weltweite Kupferproduktion pro Jahr liegt bei 21 Millionen Tonnen. Und die Vorräte des natürlich vorkommenden Rohstoffes Gold sind endlich: Experten rechnen damit, dass die Vorräte auf der Erde in weniger als zwanzig Jahren erschöpft sein könnten – Abhilfe sollen Mining-Expeditionen auf den Mond und erdnahe Asteroiden schaffen.

 

Alles vergolden

Weil Gold immer selten und kostbar war, wurden schon vor 4.000 Jahren Techniken entwickelt, um aus weniger mehr zu machen: „Im alten Ägypten vergoldeten Handwerker im Auftrag der Pharaonen zum Beispiel Statuen und Schmuck“, erläutert der Vergolder Hans Rottländer. „Da Gold leicht verformbar ist und sich zu hauchdünnen Plättchen schlagen lässt, konnten Dinge aus Holz und Stein ganz oder teilweise vergoldet werden.“ Viele der alten Techniken würden noch heute benutzt, sagt Rottländer und fügt hinzu: „Im Prinzip lässt sich alles vergolden“ (s. Kasten).

Niemals wertlos

Der aktuelle Goldpreis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Neben Inhabern von Goldminen, die die Produktion erhöhen oder verringern können, übt die Schmuckindustrie (mit einer hohen Nachfrage nach Gold) einen großen Einfluss aus. Beim sogenannten Goldfixing werden am London Bullion Market, dem weltweit wichtigsten Markt für physisches Gold, von sechs Banken zweimal täglich die Ankaufpreise in Dollar per Unze (oz) in einer Telefonkonferenz festgelegt.

Als Edelmetall ist Gold nicht nur besonders korrosionsbeständig: Es gilt als weitgehend wert- und inflationssicher: „Gold wird immer einen Wert haben", sagt Johannes Horn, Leiter Gold- und Sortenhandel bei der HypoVereinsbank. Allerdings unterlag der Goldpreis in den vergangenen Jahren heftigen Schwankungen: Nach einem Rekordhoch von 1.920 US-Dollar je Feinunze im Jahr 2011 notierte Gold Ende Februar unter 1.300 US-Dollar je Unze.

 

Der Goldschatz der Deutschen

Wer langfristig investieren will, sollte auf physisches Gold setzen, rät das unabhängige Verbraucherportal Finanztip.de. So wie die Notenbanken: Deutschland hat nach den USA die größten Goldreserven. Der „Goldschatz“ der Deutschen, aktuell rund 3370 Tonnen, dient als offizielle Währungsreserve für Krisenzeiten und wird von der Deutschen Bundesbank in Lagerstätten bei Frankfurt, New York und London verwahrt. Mit den Goldvorräten sollen auch Schwankungen des US-Dollars ausgeglichen werden. Der Grund: Fällt zum Beispiel der Kurs des Goldes, besteht die Möglichkeit, dass der Dollarkurs steigt, da das Edelmetall in Dollar gehandelt wird.

Statt physisches Gold zu kaufen, können Fans des gelben Metalls auch in Anlageprodukte wie Goldminen-Aktien, Gold-Zertifikate, Gold-Fonds, Gold-ETFs oder Gold-ETCs investieren. Am häufigsten an der Börse gehandelt werden Gold-Zertifikate und Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities). Diese Produkte eignen sich nach Einschätzung der Finanztip-Experten eher für Anleger, die kurzfristig (und mit entsprechenden Risiken) auf einen Kursanstieg von „Au“ wetten wollen.

Die eigene Goldreserve

Um deine ganz persönliche Goldreserve anzulegen, kannst du zwischen Barren und Münzen wählen. Goldmünzen können dabei mit einer langen Tradition aufwarten: Aus einer Gold-Silber-Legierung geprägte Münzen gab es bereits im 7. Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung im Königreich Lydien. Die erste Münze, die rein zu Anlagezwecken diente, war 1967 der südafrikanische Krügerrand, den es heute noch gibt. Weitere bekannte Anlagemünzen sind der kanadische Maple Leaf oder der American Eagle. Bei Anlagegold beträgt die Feinheit mindestens 900/1000. Der Feingehalt (oder Karat) gibt an, wie groß der Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Goldlegierung ist. Sammlermünzen haben zusätzlich noch besondere Merkmale wie bestimmte Prägeverfahren oder eine limitierte Auflage.

 

Goldbarren im Zigarettenschachtel-Format

Oder soll’s doch ein Goldbarren sein? In der Mini-Version gibt es das Gold zum Anfassen schon ab 1 Gramm. Ein Klassiker ist die Feinunze mit einem Gewicht von 31,10 Gramm: Ihr Gewicht entspricht der Apotheker-Unze, der Name bezieht sich aber auf den Edelmetallanteil, den Feingehalt. Bis zu einem Gewicht von 100 Gramm werden Goldbarren meist geprägt, ab einem Gewicht von 250 Gramm wird das Edelmetall gegossen. Gegossene Barren erkennt man an der rundlichen Form und einer leicht unregelmäßigen Oberfläche. Standard im internationalen Gold-Handel sind sogenannte „Good Delivery Barren“ zu 400 Unzen, das sind 12,4 Kilogramm schwere Gussbarren, mit Gütesiegel und einem Materialwert von über 474.000 Euro (Stand Februar 2019).

 

Gold schlägt Papier

Goldbarren und Münzen mit einem Feingehalt von mindestens 995/1000 fallen in Deutschland unter die Kategorie Anlagegold. Damit können sie im Gegensatz zu Aktien mehrwertsteuerfrei erworben werden. Trotzdem sollte jedem klar sein: Gold ist teuer – und beim Kauf und Verkauf fallen Gebühren und Aufschläge an. „Wer sich physisches Gold in den Safe legen will, sollte die Preise verschiedener Händler vergleichen. Deren Aufschläge auf den Börsenpreis können deutlich variieren“, rät das Wirtschaftsmagazin Capital. Beim Preisvergleich, zum Beispiel auf Portalen im Internet, solltest du auf den König mit dem Kreuz im Arm achten: Das Logo zeigt an, dass der Händler Mitglied des Berufsverbands des deutschen Münzhandels und damit seriös ist.

Doch wo lassen sich Münzen und Co. sicher lagern? Statt das Gold im Garten zu verbuddeln oder das Zuhause mit Tresor und Sicherheitstechnik in Fort Knox zu verwandeln, ist es sinnvoller, Barren oder Münzen extern zu lagern. Als Möglichkeit bieten sich Bankschließfächer (ab 60 Euro pro Monat) und bankenunabhängige Anbieter wie Hochsicherheitslager oder sogenannte Zollfreilager an.

 

Gold für 1 Euro

Goldbesitz, günstig und unkompliziert, bietet die Fidor Bank AG ihren Kunden seit Februar 2011 an: Über das Fidor Smart Girokonto können die Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium gekauft und verkauft werden. Wer klein anfangen will: Schon ab einem Euro ist ein Gold-Invest möglich. Außerdem lassen sich einfach goldene Geschenke machen: Edelmetalle können an Empfänger, die auch Kunden der Fidor Bank sind, online überwiesen werden. Anleger erwerben über Fidor echtes Eigentum an physischem Gold, das für sie durch ein Tresorunternehmen verwahrt wird.

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Wird 2019 ein goldenes Jahr?

Aber bevor du jetzt in einen Goldrausch gerätst: Finanzexperten raten, einem Aktienportfolio nicht mehr als 10 Prozent, also einen geringen Anteil, Gold beizumischen: „Gold schwankt auf lange Sicht im Wert stärker und bringt weniger Rendite als ein breit gestreutes Aktienportfolio“, sagt Sara Zinnecker von Finanztip.