GameFi: Spielend leicht Kryptowährungen verdienen?

12.04.22
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GameFi: Spielend leicht Kryptowährungen verdienen?

Gaming in der Blockchain-Industrie boomt. Monster aufleveln, eine virtuelle Welt erkunden und so Geld verdienen – Krypto-Videospiele machen es möglich und liegen daher voll im Trend. Mittlerweile ist der GameFi-Sektor sogar beliebter als das Finanz-Schwergewicht DeFi. Gaming-Nerds sollten jedoch aufpassen: was auf dem Papier genial klingt, hat seine eigenen Tücken.

Nahezu jede:r von uns hat wahrscheinlich schon mal von Tetris, Super Mario, Minecraft oder GTA gehört. Sei es zu Hause am PC oder in der Bahn auf dem Smartphone: Videospiele sind mit einer Community von rund 2,7 Milliarden Gamerinnen und Gamern überall auf der Welt zu finden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Markt fürs „Daddeln“ mittlerweile die massivsten Umsätze der Unterhaltungsindustrie einfährt. Mit 300 Milliarden US-Dollar ist die Gaming-Industrie mehr wert als die Film- und Musikbranche zusammen.

Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis die Krypto-Community den Bereich auch für sich entdecken würde. Blockchain-Games verbinden Videospiele mit Finanzlösungen aus dem Bereich Dezentralised Finance (DeFi) und ermöglichen so eine ganz neue Art des Gamings. Denn Gaming wird dadurch mehr als reiner Zeitvertreib, Spielerinnen und Spieler können während des Zockens Kryptowährungen verdienen. Das klingt nicht nur für viele Videospiel-Nerds verlockend: der als GameFi bezeichnete Bereich – eine Mischung aus Gaming und Finance – ist neben DeFi der am schnellsten wachsende Sektor im Krypto-Space.

NFTs sind zentraler Baustein von GameFi

Blockchain-Games funktionieren wie „normale“ Videospiele. Es müssen Aufgaben erledigt, Monster besiegt und jeder Winkel der virtuellen Welt erkundet werden, um wertvolle Gegenstände zu sammeln. In traditionellen Videospielen haben solche Gegenstände in der Regel keinen realen Gegenwert. Krypto-Spiele hingegen gehen einen entscheidenden Schritt weiter und verbinden die gesamte Blockchain-Ökonomie mit der Pixelwelt. Hier kommt ein bestimmter Token-Standard ins Spiel: Jeder der gesammelten virtuellen Gegenstände entspricht einem Non fungible Token (NFT) – also einem einzigartigen Token, der nur dem oder der jeweiligen Spieler:in gehört. Dieser Gaming-NFT kann auf Marktplätzen gegen Kryptowährungen an andere Spieler:innen oder Sammler:innen verkauft werden.

Zwar machten NFTs bisher vor allem durch virtuelle Kunst von sich Reden. Dabei ist dieser Token-Standard viel mehr als das. Prinzipiell können NFTs beliebige Vermögenswerte repräsentieren – und zwar ohne, dass sie gegen einen anderen Wert desselben Typs ausgetauscht werden können. Während etwa ein Euro gegen einen anderen Euro oder ein Bitcoin gegen einen anderen Bitcoin getauscht werden kann, bleibt ein NFT prinzipiell unersetzbar. Mit ihrem NFT verfügen Besitzer:innen des digitalen Gegenstandes über einen einzigartigen Nachweis, der unveränderlich auf der Blockchain gespeichert ist. Non fungible Token erfüllen drei grundlegende Funktionen: sie erbringen den Nachweis über die Echtheit des digitalen Assets, klären Eigentumsverhältnisse und garantieren die Einzigartigkeit des repräsentierten virtuellen Gegenstands.

Blockchain-Games sind schon jetzt größer als DeFi

Wie wird das in der Welt der Videospiele umgesetzt? Das Krypto-Game Sandbox bietet beispielsweise die Möglichkeit, gefundene Gegenstände in Form von NFTs auf dem hauseigenen Marktplatz gegen die eigene Währung SAND zu verkaufen. Das Blockchain-Spiel Decentraland hingegen ermöglicht den Verkauf von Gegenständen – und sogar ganzen Ländereien – auf dem beliebten NFT-Marktplatz Opensea. Da NFTs auf der Blockchain gespeichert werden, können sie sicher und unkompliziert über gängige Wallets wie zum Beispiel Metamask gehandelt werden.

Waren Krypto-Games vor wenigen Jahren noch Neuland, sind sie nun aus der Branche kaum mehr wegzudenken. Laut der Tracking-Plattform DappRadar repräsentierten Gaming-NFTs im vergangenen Jahr rund 20 Prozent des insgesamt 23 Milliarden US-Dollar schweren NFT-Marktes. Darüber hinaus machen Gaming-Apps fast die Hälfte (49 Prozent) der täglichen Blockchain-Nutzung aus – GameFi ist gefragter als DeFi.

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Mit Taschenmonstern das Taschengeld aufbessern

Mit täglich rund 2,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzern ist das Krypto-Spiel Axie Infinity ohne Zweifel Vorreiter der GameFi-Szene. Ähnlich wie bei den beliebten Pokémon-Games züchten die Spieler:innen knuffige Monster namens Axie heran, mit denen sie ihr virtuelles Abenteuer bestreiten. Durch Erkunden und Kämpfen wird die Kryptowährung Smooth Love Potion (SLP) gesammelt, mit der Axies aufgebessert werden. SLP kann zudem gegen Stablecoins oder Fiat-Währungen auf Exchanges getauscht werden.

Gefundene Gegenstände und aufgelevelte Monster können die Spieler:innen auf NFT-Marktplätzen verkaufen. Was erstmal nach einem schnöden Zeitvertreib klingt, hat mittlerweile große ökonomische Dimensionen angenommen. NFT-Transaktionen im Wert mehrerer tausend US-Dollar sind bei Axie Infinity keine Seltenheit, das teuerste Taschenmonster erzielte bei einer Auktion sogar 368.000 US-Dollar. Es ist daher kein Wunder, dass sich mittlerweile eine ganze Industrie um das Blockchain-Game entwickelt hat.

„Play to earn“ nur mit entsprechendem Geldbeutel

Vor allem im asiatischen Raum erfreut sich Axie Infinity einer großen Beliebtheit. 40 Prozent der Spielerinnen und Spieler kommen aus den Philippinen, wo GameFi besonders beliebt ist, da vergleichsweise viele Menschen dort Krypto-Games zum Nebenerwerb spielen. Play to earn kann zwar eine lukrative Einkommensquelle sein. Doch so verlockend der Einstieg ins Krypto-Gaming ist, kommt er doch nicht ohne Hürden und ganz eigene Probleme.

Erstens: Krypto-Games wie das populäre Axie Infinity sind nicht free to play – wer mitspielen will, muss anfangs Geld investieren. Die Pixel-Monster, mit denen das Spiel bestritten wird, sind nicht umsonst, sondern kosten ab 30 US-Dollar aufwärts. Wer Axies mit besseren Eigenschaften haben will, legt gleich mehrere hundert US-Dollar auf den Tisch. Solche Einstiegskosten sind keine Seltenheit, sondern finden sich auch in anderen Blockchain-Games. Das schreckt vor allem User:innen mit kleinem Geldbeutel ab, die zwar Interesse an Krypto-Games haben, denen aber ein solches Investment zu hoch ist.

Endgegner Volatilität

Ein weiteres Problem ist typisch für Krypto: die hohe Volatilität sorgt für stetige Ungewissheiten beim Gaming. Ebenso wie Bitcoin, Ethereum & Co ist auch Axie Infinity’s Währung Smooth Love Potion (SLP) der Volatilität des Marktes ausgeliefert. Ist der Preis von SLP im Vergleich zum US-Dollar hoch, steigt auch das initiale Investment für das Game. Dafür verdienen Spieler:innen jedoch mehr, wenn sie dann SLP als Belohnung für gelöste Aufgaben gegen Stablecoins oder Fiat-Währungen tauschen.

Sinkt hingegen der Preis von SLP aufgrund mangelnder Nachfrage, sinkt auch das Einkommen in US-Dollar. Für Gamer:innen, die durch Daddeln einen stetigen Kapital-Zufluss erwarten, ist die hohe Volatilität daher ein nicht zu unterschätzender Minuspunkt. Aber: GameFi-Entwickler sind schon auf der Suche nach Lösungen. So könnten passive Einnahmen durch Staking und Yield Farming von Gaming-Token die Volatilität ausgleichen.

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