Effizient gespart: Förderung bei Sanieren & Bauen

03.03.21

Effizient gespart: Förderung bei Sanieren & Bauen

Das Eigenheim auf Energieeffizienz zu trimmen, klingt nach einem guten Plan für 2021. Die Umsetzung schont Umwelt und Geldbeutel – dank niedrigerer Energiekosten und vieler Fördermöglichkeiten. Ob Energieberatung oder Zuschüsse für energetische Sanierung: wichtige Förderprogramme und was sich 2021 ändert.

35 Prozent des Endenergieverbrauchs gehen auf das Konto von Gebäuden (Seite 11). Gleichzeitig steigt das Umweltbewusstsein und Verbraucher wollen bei der Hausenergieversorgung unabhängiger sein. Der Klimawandel und die knapper werdenden fossilen Brennstoffe lassen den Markt für alternative Energieträger wachsen. Gut, dass der Staat mit zahlreichen Fördermöglichkeiten finanzielle Anreize für mehr Energieeffizienz bei Gebäuden schafft. Wir stellen verschiedene Möglichkeiten vor.

Zuallererst: gut beraten

Klare Sache, ein energieeffizienter Neubau oder die energetische Sanierung der Altbauwohnung ist eine gute Sache. Aber für Laien auch ziemlich kompliziert. Bevor sich das Eigenheim in eine Baustelle verwandelt, ist eine qualifizierte und unabhängige Beratung durch Fachleute ratsam. Bundesweite Ansprechpartner hierfür sind unteranderem die Experten der Energieberatungsstellen der Verbraucherzentrale. Die Energie-Checks vor Ort zu Themen wie Heizung, Solaranlage oder Gebäudehülle sind dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) sehr preiswert und der Basis-Check derzeit sogar kostenlos.

Auch für den nächsten Schritt, die energetische Fachplanung und Baubegleitung für den Bau und die Sanierung von Wohnraum, gibt es ein Förderprogramm namens „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“. Bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten bei einer maximalen Fördersumme von 4.000 Euro werden übernommen. Steuerlich lohnt sich die Bauplanung und Begleitung durch Energieberater übrigens ebenfalls. Bis zu 50 Prozent der Aufwendungen für einen Energieberater, können unter bestimmten Voraussetzungen in der Steuererklärung angesetzt werden.

Eine Übersicht über alle Förderprogramme des BMWis für Hauseigentümer rund um die Beratung und Baubegleitung findet sich auf den Infoseiten des BMWi unter dem Motto „Deutschland macht’s effizient“.

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Nachhaltig bauen mit Geld vom Staat

Wer nach Förderungsmöglichkeiten für den Traum vom nachhaltig gebauten oder sanierten Eigenheim sucht, stößt schnell auf drei Buchstaben: KfW. Die nationale Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist heute die drittgrößte Bank in Deutschland. Mit dem Programm „Energieeffizient Bauen“, auch Kredit 153 genannt, fördert die KfW umweltfreundliches Bauen und den Kauf neu gebauter, energieeffizienter Wohnimmobilien mit zinsvergünstigten Krediten von maximal 120.000 Euro pro Wohneinheit. Darüber hinaus gewährt die Bank einen Tilgungszuschuss bis zu 30.000 Euro. Dabei gilt: Je besser der KfW-Effizienzhaus-Standard des Neubaus, desto größer der Zuschuss. Auf der KfW-Website zeigt ein interaktives Gebäude, welche energetischen Maßnahmen in einem Haus möglich sind.

Einen Überblick über die verschiedenen Förderprogramme des Bundes für energieeffiziente Gebäude gibt das Fachportal „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ unter Federführung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA.

Energetische Sanierung: mehr als neue Fenster

Etwas für die Umwelt tun – und angesichts steigender Energiepreise den eigenen Geldbeutel schonen. Das dürften für Privatpersonen die Hauptgründe für eine energetische Gebäudesanierung sein. Kein Wunder, dass sich die Summe der Anträge für die Gebäudeeffizienzprogramme des BMWi von 2019 auf 2020 fast verdoppelt hat – von 326.000 auf 600.000. Bei der energetischen Sanierung kann der Energieverbrauch unteranderem bei der Warmwasseraufbereitung, dem Heizen und der Belüftung durch gezielte bauliche Maßnahmen verringert werden.

Tipps und Tricks fürs energetische Sanieren

Weil energetisches Sanieren Hauseigentümer viel Geld kosten kann, lockt der Staat mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die zahlreiche Fördermöglichkeiten enthält. Tipps und Praxisbeispiele zum energetischen Sanieren sowie einen Überblick über Förderprogramme versammelt die vom Wirtschaftsministerium herausgegebene Broschüre „Bringen Sie Ihr Haus in Bestform. Wegweiser für ein energieeffizientes Zuhause“.

Damit das Fördergeld auch wirklich fließt und zum angedachten Projekt passt, lohnt es sich, die Hilfe eines BAFA-zugelassenen Energieberaters in Anspruch zu nehmen – für dessen Dienste auch Fördergelder bereitstehen. Zugelassene Energieeffizienzberater für Förderprogramme des Bundes finden sich bei Energieeffizient Experten.

Achtung:

2021 ändert sich bei den Förderprogrammen zum energieeffizienten Bauen und Sanieren einiges – die Programme von KfW und BAFA werden in der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ schrittweise zusammengeführt. Deshalb müssen Förderinteressierte momentan genau hinschauen. Zum Beispiel gilt bei Zuschüssen für einzelne Sanierungsmaßnahmen: Der sogenannte BEG EM Zuschuss muss seit Anfang 2021 einheitlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle, kurz BAFA, beantragt werden. Wer dagegen einen Förderkredit für einzelne Sanierungsmaßnahmen beantragen will, erhält noch bis zum 30.6.2021 eine Förderung im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren – Kredit 151/152“.Ab dem 1.7.2021 startet dann auch bei der KfW die neue BEG. Einen Überblick über alle Änderungen gibt es zum Beispiel auf der Website „Energie Fachberater“.

PV-Boom auf privaten Dächern

Bei energieeffizienter Gebäudetechnik dürften die meisten als erstes an Photovoltaik (PV) auf dem Dach denken. Der Klassiker unter den Erneuerbaren Energien, bei dem Solarzellen Sonnenlicht direkt in Elektrizität umwandeln, verzeichnete 2020 ein weiteres Boomjahr: Rund 184.000 Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr neu errichtet, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Besonders auf privaten Dächern wurden so viele Solarstromanlagen wie nie installiert. Laut BSW gab es gegenüber 2019 bei Eigenheimbesitzern ein Plus von 99 Prozent und somit nahezu eine Verdoppelung der Nachfrage.

Geld für Sonnenstrom

Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen ist in Deutschland im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Betreiber einer Solarstrom-Anlage erhalten für ins Netz eingespeisten Solarstrom 20 Jahre lang eine Einspeisevergütung. Allerdings hat der Gesetzgeber Ende 2020 eine befristete Anschlussregelung für Ü20-Photovoltaik-Anlagen bis Ende 2027 beschlossen. Die Höhe der staatlich garantierten Einspeisevergütung verändert sich kontinuierlich. Der im EEG festgelegte Solardeckel sah bisher ein Ende dieser Förderung bei einer installierten Solarkapazität von 52 Gigawatt vor. Die Folge: Neue Photovoltaik-Anlagen unter 750 KW Leistung hätten keine Einspeisevergütung mehr erhalten. Im Juni 2020 gab’s dann eine gute Nachricht für alle, die eine neue Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach planen. Der Bundestag kippte den Photovoltaik-Deckel im EEG. Seit dem 1. Januar 2021 ist das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) in Kraft.

Neben der staatlichen Einspeisevergütung gewährt die KfW Kredite für Photovoltaikanlagen und Solarstromspeicher.

Solarthermie: Sonne macht Wärme

Photovoltaik ist nicht die einzige Technologie, mit der man sich Sonnenenergie zunutze machen kann. Bei der Solarthermie wird die Sonnenkraft durch solarthermische Kollektoren eingefangen, die mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllt sind. Anschließend wird die Wärme an einen Speicher abgegeben. Die Solarthermie stand lange im Schatten der Photovoltaik. Doch die nachhaltige Technologie holt auf: „2020 wurden rund 83.000 neue Solarwärmeanlagen installiert, gegenüber rund 71.000 im Vorjahr. Insgesamt steigt die Summe der in Deutschland installierten solarthermischen Anlagen damit auf rund 2,5 Millionen Stück“, so der Branchenverband BSW und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).

Auch für Solarthermie gibt’s BAFA-Förderung. Die Grundlage für die Berechnung des Zuschusses sind hier die förderfähigen Kosten. Bei Solarthermieanlagen beträgt die Förderung beispielsweise bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Das gilt für Neubauten oder bestehende Gebäude deren Heizungssystem, das ersetzt oder unterstützt werden soll, länger als zwei Jahre in Betrieb genommen war.

Sauberes Heizen mit Holz?

Lange gefordert, seit Januar 2020 gibt es sie: Die Austauschprämie für alte Öl- und Gasheizungen mit der das BAFA sein Marktanreizprogramm erweitert hat. Die Prämie gilt für das Heizen per Wärmepumpe (s.u.) oder mit Biomasse, genauer gesagt mit Holz. Holz ist, richtig verwendet, ein umweltfreundlicher Brennstoff. Die Frage, ob die Verbrennung von Holz in kleinen Feuerungsanlagen treibhausgasneutral ist, kann jedoch nicht pauschal mit ja beantwortet werden. „Denn nur für begrenzte Mengen an Holz kann eine Treibhausgasneutralität angenommen werden.“, konstatieren Experten des Umweltbundesamtes (UBA). Moderne, emissionsarme Holzfeuerungsanlagen haben dabei deutlich niedrigere Emissionen als durchschnittliche Anlagen – und werden entsprechend gefördert. Wer seine Ölheizung durch eine Heizung ersetzt, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird, kann einen Zuschuss in Höhe von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten erhalten.

Wärmepumpen: heizen oder kühlen

Eine Technik, mit der sich im Winter nicht nur umweltfreundlich heizen, sondern im Sommer sogar kühlen lässt, sind Wärmepumpen – die ebenfalls von der Öl-Abwrackprämie des BAFA profitieren. Wärmepumpen – häufig kombiniert mit Photovoltaik-Anlagen – machen sich natürliche Energie in der Umgebung des Hauses zunutze. Eine Wärmepumpe zapft die Sonnenenergie an, die in der Erde, im Grundwasser oder in der Außenluft als Wärme gespeichert ist und nutzt sie zum Heizen oder Kühlen. Über eine Million Heizungswärmepumpen gibt es inzwischen in Deutschland, so der Bundesverband Wärmepumpe. Und mit jeder neu eingebauten Wärmepumpe steigt die C02-Ersparnis: Aktuell liegt sie bei über 17,4 Millionen Tonnen.

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