Reisekasse: Diesmal alles richtig machen

Published on 08. August 2019
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Reisekasse: Diesmal alles richtig machen

Sand an den Füßen, Sonne im Blick – bald ist es soweit: Sommerurlaub! Vor der Abreise gibt‘s noch was zu tun: Die Reisekasse richtig planen, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Was haben Griechenland, Indonesien und Marokko gemeinsam? Die Antwort: Sonne satt und null Regentage im Juli. Selbst für Island ist der Juli der perfekte Reisemonat. Mit durchschnittlich 13 Grad ist es dann auf der Insel im hohen Norden am wärmsten. Für den Sommerurlaub fällt die Reiseplanung meist nicht schwer. Am „stabilimento balneare“ in Porto Cesareo eine schicke Strandliege mieten oder am Hafen von Naxos einen eiskalten Café Frappé schlürfen … Wer in Gedanken jetzt schon im Urlaub ist: Bitte noch mal kurz in der Realität ankommen und sich um die Finanzen kümmern! Denn eins ist sicher: Egal, wo du dieses Jahr deinen Sommerurlaub verbringst, überall wirst du Geld brauchen. 

Planung der Reisekasse

Gute Nachrichten für alle, die dieses Jahr an der Ostsee relaxen: Es wird zwar sicherlich wieder voll werden – fast sieben Millionen Deutsche reisten 2018 an die Ostsee – die Planung der Reisekasse ist dafür keine Raketenwissenschaft. Mit Bargeld und EC-, Maestro- oder Kreditkarte im Portemonnaie bist du beim Verreisen innerhalb Deutschlands gut für „die schönste Zeit im Jahr“ ausgerüstet. Wer vermeiden will, an der Fischbude ohne Bargeld dazustehen, sollte sich vorab informieren wie es um die Geldautomatendichte am Urlaubsort bestellt ist. Zudem lohnt es sich zu checken, in welchem Fall deine Bank Gebühren fürs Geldabheben verlangt – das kann zum Beispiel an Automaten der Fall sein, die nicht zur eigenen Hausbank gehören.

Mehr für den Euro

Glückwunsch zum Trip nach Ecuador, Argentinien oder Bangladesch! Du bist offenbar nicht nur abenteuerlustig, sondern auch ein Sparfuchs: Nach Angaben von Lonely Planet sind das Traumdestinationen für alle, die viel erleben und unterwegs wenig Geld ausgeben wollen. Auch in der Türkei – das laut Vergleichsportal Check 24 die höchsten Zuwachsraten im Beliebtheitsranking bei Pauschalreisenden verzeichnet – ist die Kaufkraft des Euro stark: Urlauber bekommen in dem Land für 1 Euro Waren und Dienstleistungen, für die sie in Deutschland 2,34 Euro bezahlen würden. Das zeigen die jüngsten Zahlen der OECD. Die schwächste Kaufkraft bietet Urlaubern die Schweiz mit nur 0,67 Cent. Ein Kaffee hier, ein witziges Reisesouvenir da – im Urlaub sitzt der Geldbeutel besonders locker. Laut Statista gaben deutsche Touristen im Ausland 2018 rund 79,4 Milliarden Euro aus. Damit du fern der Heimat nicht plötzlich ohne Geld dastehst, stellt sich die Frage nach der richtigen Reisekasse.

Keine großen Mengen Cash

Einige hundert Euro abheben und mit in den Urlaub nehmen – Sylvia Beckerle, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale hält das für eine mäßig gute Idee: „Mal abgesehen davon, dass bei großen Bargeldmengen immer die Gefahr besteht, bestohlen zu werden, hat Bargeld außerhalb der Eurozone einen echten Nachteil.“ Es müsse vergleichsweise umständlich und in der Regel auch kostspielig in die jeweilige Landeswährung getauscht werden. Wer dennoch Bargeld vor Ort umtauschen will, sollte das in einer Bank oder einer offiziellen Wechselstube tun, so Beckerle.

Der richtige Karten- und Bargeld-Mix

Beim Bezahlen im Ausland ist ein Mix aus Bargeld, der Girokarte – besser bekannt als EC-Karte – oder der Kreditkarte und der digitalen Karte auf dem Smartphone sinnvoll. Wichtig: Wer im Ausland mit der Kreditkarte Geld abheben will, sollte die PIN parat haben. Außerdem sollte das Auslandslimit der jeweiligen Karten, die man mit auf die Reise nimmt, überprüft werden. Freigeschaltet werden kann die Karte im Onlinebanking oder über den Bankberater der Hausbank. Noch ein Tipp der Verbraucherzentrale, wenn man Geld in der Fremdwährung am Automaten abheben oder im Geschäft bezahlen will: Wenn möglich, die Auswahloption „direkte Auszahlung“ oder „ohne Währungsumrechnung“ auswählen. Die Währungsumrechnung erfolgt dann zu den handelsüblichen Konditionen und ist damit günstiger.

 

Wer hat noch Reiseschecks?

Echte Reisenostalgiker bezahlen in fernen Gefilden mit Reiseschecks (aus echtem Papier!). „Ihre Bedeutung ist vor allem durch die große Verbreitung der Kreditkarten gesunken, sodass sie in der Praxis keine oder nur eine marginale Rolle spielen und de facto zumindest in Deutschland nicht mehr ausgegeben werden“, schreibt die Verbraucherzentrale. Wer noch alte Reiseschecks besitzt, sollte sich vor Reiseantritt nach der Akzeptanz am Urlaubsort erkundigen. Die Traveller’s Cheques, so der englische Name, wurden zum Beispiel von American Express und Thomas Cook ausgegeben. Ihr Vorteil: Sie waren eine recht sichere Bargeld-Alternative. Um die Diebstahl-Versicherung zu aktivieren, mussten alle Reiseschecks sofort beim Kauf unterschrieben werden. Angekommen im Urlaubsland, können die Schecks in Banken, Wechselstuben oder auch in großen Hotels eingelöst werden. Dafür ist es notwendig, den Ausweis vorzuzeigen. Beim Einlösen wird außerdem meist eine Gebühr fällig.

Nicht ohne mein Smartphone

Zurück in die digitale Gegenwart: Über 70 Prozent der Deutschen nehmen laut einer Umfrage ihr Smartphone mit in den Urlaub. Mit Übersetzungs-App und Währungsrechner gepimpt, leistet das Smartphone im Urlaub gute Dienste – aber auch das Bezahlen von Eis oder Sonnencreme im Supermarkt lässt sich damit schnell und bequem erledigen. Die Voraussetzungen: Ein Smartphone mit NFC-Schnittstelle und einer hinterlegten digitalen Karte wie zum Beispiel bei Fidor Pay. Außerdem muss an der Ladenkasse das international bekannte Wellensymbol prangen – dann besteht die Möglichkeit auch im Ausland, kontaktlos zu zahlen. Wichtig, um auch auf Hawaii oder in Huanggang kontaktlos bezahlen zu können: Du solltest eine Kreditkarte hinterlegen, die weltweit akzeptiert wird und vorher prüfen, ob das Auslandslimit der digitalen Karte auch tatsächlich freigeschaltet ist.

Für den Notfall: die Zentrale Sperrrufnummer

Achtung: Bei manchen Systemen ist fürs mobile Bezahlen eine Internetverbindung notwendig. Wenn mit dem Smartphone im Urlaubsland bezahlt wird, nutzt man dann das Mobilfunknetz des lokalen Anbieters. Auch wenn, EU-Verordnung sei dank, die Roaming-Gebühren in Europa passé sind: In außereuropäischen Ländern fallen sie weiterhin an – auf Kreuzfahrten kann das eine fiese Kostenfalle sein. Und damit es kein böses Erwachen gibt, wenn die digitale Kommandozentrale weg ist: „Wird das Smartphone gestohlen oder geht es verloren, sollte die digitale Karte umgehend gesperrt werden“, sagt Kathleen Altmann vom Bankenverband. Also: tief durchatmen und so schnell wie möglich die zentrale Sperrrufnummer unter +49116116 anrufen. Dieselbe Rufnummer kann übrigens auch zur Sperrung von EC- und Kreditkarte genutzt werden. Und jetzt: Koffer packen, winke, winke und viel Spaß im Urlaub!