Krypto verstehen: Ethereum

03.06.21
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Krypto verstehen: Ethereum

Ethereum basiert – genau wie Bitcoin – auf der Blockchain-Technologie, kann aber viel mehr: Das Ethereum-Netzwerk hat mit Ether nicht nur einen stolzen „Altcoin“ im Gepäck, sondern liefert die Infrastruktur für ein dezentrales Internet. Alles über einen High Performer mit großer Zukunft.

Nur der kleine Bruder von Bitcoin? Ether (ETH) ist nach einem Höhenflug im April 2021 und mit einer Marktkapitalisierung von 429 Milliarden US-Dollar am 13. Mai 2021 weiterhin die zweitgrößte Kryptowährung. Doch wer so denkt, verpasst Wesentliches. Krypto-Analysten wie Megan Kaspar von der Investmentfirma Magnetic sehen für Ethereum und die dazugehörige Kryptowährung Ether goldene Zeiten anbrechen. Nicht nur ist für das Ethereum-Netzwerk im Laufe des Jahres ein Update geplant, das es weg von der energieaufwändigen Methode zur Bestätigung von Transaktionen, die auch Bitcoin benutzt, bringen soll. Auch erweiterte Funktionen wie Smart Contracts (intelligente Verträge) machen Ethereum zum Baukasten für Blockchain-Projekte aller Art. Zum Beispiel für Kapitalbeschaffung, Alltagsanwendungen, Spiele – oder für Projekte, die die Finanzindustrie revolutionieren.

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Die Blockchain: digitales Hauptbuch

Wie auch bei Bitcoin bildet bei Ethereum die Blockchain, eine Art offen einsehbares digitales Transaktionsbuch, das technische Fundament. Die Datenbank beruht auf einem Netzwerk aus weltweit verteilten Rechnern. Alle Daten sind dezentral verteilt, öffentlich und nachvollziehbar. Datenintegrität und Fälschungssicherheit der Daten waren den Erfindern von Ethereum sehr wichtig. Ethereum bringt als „Kryptowährung 2.0“ den großen Vorteil der Programmierbarkeit mit. Oder wie es Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin formuliert: Ethereum ist „eine Blockchain mit einer eingebauten Programmiersprache".

CryptoKitties und mehr

Beispiel gefällig? Im Ethereum-Netzwerk lassen sich unterschiedlichste dezentrale Anwendungen, sogenannte DApps programmieren. DApps ähneln Smartphone-Apps, mit dem Unterschied, dass sie dezentral verteilt im gesamten Netzwerk ausgeführt werden und nicht einer einzelnen Firma oder einer bestimmten Organisation unterstellt sind. Zu den ersten bekannteren Anwendungen zählte das Spiel „CryptoKitties“ – das so beliebt wurde, dass es das Ethereum-Netzwerk zeitweise in die Knie zwang. Dezentrale Anwendungen werden auch oft als Smart Contracts bezeichnet. Die digitalen Verträge sind im Ethereum-Netzwerk realisiert und werden automatisch ausgeführt, sobald eine vereinbarte Summe Ether eingegangen ist – oder eine andere Bedingung erfüllt ist.

Plattform für den NFT-Hype

Die Mehrheit der DApps sind auf der Ethereum-Plattform aufgebaut. Für einen rasanten Aktivitätsboost im Ethereum-Netzwerk hat auch der Hype um digitale Kunst und Non Fungible Token (NFT) gesorgt. Mit NFT kann einem digitalen Kunstwerk per Blockchain-Technologie ein eindeutiger Eigentümer zugewiesen werden. Wer DApps, NFT und Ethereum auf spielerische Weise ausprobieren will, ist in der bunten virtuellen Welt von „Decentraland“ willkommen. Das beliebte Game läuft auf der Blockchain von Ethereum und funktioniert ähnlich wie „Ready Player One“ oder „Second Life“: Nutzer können miteinander in Kontakt treten, eigene Inhalte erstellen und sich in NFT-gesicherten Kostümen verkleiden.

Kreditvermittlung per Smart Contract

Auch beim Thema Decentralised Finance (DeFi) ist Ethereum für viele Projektentwickler die erste Wahl. Schließlich steht DeFi für digitale Finanzdienstleistungen, die vollkommen dezentral und ohne Mittelsmann ablaufen können – eine Revolution in der Finanzbranche. Beispiele sind digitale Kreditvermittlungen, die mittels Smart Contracts automatisiert ablaufen oder Versicherungslösungen wie eine private Rentenversicherung, bei der nach Erreichen des Rentenalters die Rente ganz ohne manuelles Eingreifen ausgezahlt wird.

Eine Währung namens Ether

Ethereum bringt eine eigene Geldeinheit namens Ether mit. Der kleineste Teil der alternativen Währung (Altcoin) ist Gwei, auch Nanoether genannt. 1 Ether besteht aus 1.000.000.000 Gwei. Anders als bei Bitcoin gibt es bei Ether keine Begrenzung – allerdings können jedes Jahr nicht mehr als 18 Millionen Ether geschürft werden.

Die Ethereum-Blockchain war (und ist) Basis für weitere Kryptowährungen, die aus Initial Coin Offerings (ICO) hervorgegangen sind. Die Projekte sammeln Ether als Finanzierung ein und geben via Smart Contract im Gegenzug eigene Token heraus, die auf der Ethereum-Blockchain realisiert wurden. Dazu zählen beispielsweise die Blockchain-Plattform und Kryptowährung Neo sowie die Binance Coin (BNB) der Kryptobörse Binance.

Wie funktioniert Ethereum-Mining?

Beim Mining setzen Schürfer aus aller Welt Zeit und Rechenleistung ein, um kryptographisch schwierige Rätsel zu knacken – so auch bei Ethereum. Wer erfolgreich ist, kann einen Block zur Ethereum-Blockchain hinzufügen und erhält dafür eine Belohnung. Diesen Prozess bezeichnet man als „Mining“ und den Nachweis der erbrachten Leistung als „Proof of Work“ (POW). Der erste Miner, der eine Gleichung löst, erhält ETH als Vergütung sowie die Provisionen für die dem Block hinzugefügten Transaktionen. Neben den Entwicklern und Usern halten die sogenannten Miner das dezentralisierte, autonome Blockchain-Netzwerk am Laufen: Das Schürfen ist der Lebensnerv aller POW-basierten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum.

Ethereum-Steckbrief

Die Idee zu Ethereum existiert seit 2013. Programmiert und veröffentlicht wurde die Alternative zu Bitcoin im Juli 2015 als Beta-Version von einem Team rund um den russisch-kanadischen Programmierer Vitalik Buterin. Weiterentwickelt wird „die von der Community betriebene Technologie, die die Kryptowährung Ether (ETH) und Tausende von dezentralen Anwendungen antreibt“, von der Ethereum Foundation mit Sitz in der Schweiz.

Nach Phase zwei in der Entwicklung von Ethereum ab März 2016, bei der vor allem Fehler behoben und die Sicherheit erhöht wurde, folgte nach „Frontier“ und „Homestead“ eine dritte Phase namens „Metropolis“. Ziel war es, Ethereum alltagstauglich zu machen. Dafür sorgten unter anderem „Light Clients“, die es Anwendern ersparten, die komplette, mehrere Hundert Gigabyte große Blockchain herunterladen zu müssen. Eine weitere Neuerung war die Möglichkeit, anonyme Transaktionen durchzuführen („zk-SNARKs“).

Von POW zu POS

Proof of Work und Mining sorgen für den gewaltigen Energiehunger von Kryptowährung en. Im Gegensatz zur Proof of Work-Methode, die Miner belohnt, die gegeneinander konkurrieren (s.o.), übernimmt Ethereum seit 2020 in mehreren Phasen das effizientere Proof of Stake-Modell (POS). Dabei wird ein Block-Validator nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, basierend darauf, wie viel Ether er oder sie kontrolliert. Die Umstellung der Blockchain ist Teil eines Upgrades des Ethereum-Netzwerks, das unter dem Titel „Ethereum 2.0.“ firmiert. Nach Einschätzung des Krypto-Finanzdienstleisters Bitcoin Suisse soll die Umstellung nicht weniger als „das Trilemma im Cryptospace lösen“: eine skalierbare Blockchain mit einem hohen Maß an Sicherheit, die aber von Natur aus dezentral bleibt.

Nachhaltiger, schneller, günstiger

2021 stehen wichtige Änderungen an, die darauf abzielen, das Ethereum-Netzwerk günstiger, schneller und nachhaltiger zu machen. Das ist für Investoren spannend, da die Änderungen den Preis von Ether noch weiter in die Höhe treiben könnten, meint etwa Harry Robertson von „Insider“. Die Krypto-Welt ist gespannt auf das Ethereum Improvement Proposal (EIP) 1559 im Juli. Dabei sollen unter anderem die Transaktionsgebühren neu strukturiert werden. Nach dem sogenannten London-Update werden die bisher durch Miner eigenverantwortlich festgesetzten Transaktionsgebühren, die sogenannten Gas-Fees, durch eine algorithmisch festgelegte Basisgebühr ersetzt, meldet tn3.de. Auch neu: Die Blockgröße im Netzwerk soll dynamisch verändert werden, um Überlastungen (die CryptoKitties-Krise lässt grüßen) entgegenzuwirken.

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