Corona-Auswirkungen: Kauf im Kiez

Published on 01. April 2020
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Corona-Auswirkungen: Kauf im Kiez

Zuhause bleiben, Abstand halten. Das ist in Zeiten von Corona nicht alles: Viele kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler stehen vor einer existenziellen Krise. Wie du Lieblingsläden retten und hilfsbedürftige Menschen unterstützen kannst.

Während der Corona-Pandemie heißt es: Business as unusual. Während die einen vor Arbeitsüberlastung am Limit sind, haben andere wenig oder gar nichts mehr zu tun: Es gab und gibt Entlassungen, Kurzarbeit und Zwangsurlaub. Dabei trifft Corona Solo-Selbstständige und Freiberufler besonders hart. Die Einkaufsstraßen sind leer, viele Einzelhändler stehen vor dem Aus. Taxifahrer warten vergebens auf Fahrgäste. Schauspieler und Musiker können nicht mehr auftreten. Bei Physiotherapeuten und Podologen bleiben die Patienten weg. Wer helfen will (und kann), hat viele Möglichkeiten. Neben Hilfe vom Staat gibt es täglich mehr private Initiativen, mit denen du zum Beispiel deinen Lieblingsclub, die Einzelhändler im Kiez und Obdachlose unterstützen kannst. Wir stellen einige davon vor – dabei gilt: Vieles funktioniert digital, aber manches auch ganz analog.

 

Alle weiteren Fragen rund um das Thema Coronavirus und Banking haben wir bei unseren News zum Thema zusammengefasst:

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Lieblingsläden retten

Mit Freunden im Lieblingscafé auf einen Kaffee treffen oder mit den Kollegen einen After-Work-Cocktail trinken. Was vor der Corona-Krise problemlos möglich war, geht jetzt nicht mehr. Bars sind zu, für Restaurants gibt es zahlreiche Einschränkungen und es gilt ein Versammlungsverbot. Handel und Gastronomie sorgen sich um ihre Existenz. Gleichzeitig gilt: Restaurants, Bars und Cafés und kleine Einzelhändler machen ein Viertel erst lebenswert. Wer also nicht will, dass schon bald in vielen Ladenlokalen Schilder mit der Aufschrift „Nachmieter gesucht“ hängen, sollte seinen Lieblingsladen oder den bevorzugten Gastrobetrieb während der CoronaPause unterstützen. Zum Beispiel, indem du dir Pasta oder Sushi einfach nach Hause liefern lässt. Das geht über die bekannten Lieferdienste, aber auch über Seiten wie localgastro.de oder gastroretter.com. Hier können sich lokale Gastrobetriebe kostenfrei eintragen lassen und Kunden Essen bestellen. Da die Seiten erst kürzlich ins Leben gerufen wurden, gibt’s noch ein paar Bugs. „Aber: Die lokale Gastroszene braucht uns JETZT und nicht erst dann, wenn die Seite perfekt ist“, schreiben Christian Blank, Tobias Suchy und Tugce Cakir von localgastro.

Lieferung von der Buchhandlung

Auch wer die Corona-Auszeit nutzt, um die eigene Leseliste abzuarbeiten, kann helfen – und zwar dem lokalen Buchhandel. Statt die Lektüre deiner Wahl beim großen Onlinehändler zu ordern, lohnt es sich, der Buchhandlung um die Ecke einen Besuch abzustatten. Viele Buchhandlungen bieten einen Bestellservice an. Über ein Online-Formular, per E-Mail oder telefonisch kannst du dann das gewünschte Buch bestellen und liefern lassen. Im Kölner Stadtteil Nippes kooperiert eine Buchhandlung beispielsweise mit der örtlichen Biobäckerei – das bestellte Buch kann dort dann abgeholt und per Rechnung bezahlt werden. Wer das Haus zur Buchbestellung nicht verlassen will oder kann, steuert im Netz die Website geniallokal.de an. Dort haben sich über 700 unabhängige Buchhändlerinnen und Buchhändler zusammengetan.

Gutscheine, Online-Kurse und Gratis-Lunch für Alltagshelden

Ob Friseur, Massagesalon oder das Yogastudio im Kiez: Frage bei den Anbietern nach, ob du einen Gutschein für Post-Corona-Zeiten kaufen kannst. Und: Viele Yoga- und andere Sportstudios bieten jetzt Online-Kurse an. Deutschlandweite Verzeichnisse lokaler Unternehmen finden sich auf rette-deinen-lieblingsladen.de oder auf stammi.de.

Viele Einzelhändler und Restaurants wollen auch etwas zurückgeben: So näht die Besitzerin eines Stoffladens im fränkischen Marktredwitz kostenlose Mundschutzmasken und ein Restaurant in Leipzig bietet gratis Mittagessen für „Alltagshelden“ in Kliniken, Apotheken und Supermärkten an.

Clubben im Wohnzimmer

Ausgehen ist nicht. Aber im Wohnzimmer tanzen, das geht – und dabei kannst du auch noch deinen Lieblingsclub unterstützen: United we stream bringt 250 Berliner Clubs und Veranstaltungsorte direkt in dein Wohnzimmer. Auf der Online-Plattform werden mehrmals pro Woche DJ-Sets live übertragen. Der Erlös geht an die Mitarbeiter und Künstler der Clubs. Auch Online-Festivals gibt es inzwischen: Zum Beispiel das „Homestage Festival“. Veranstaltet von der österreichischen Künstleragentur Raumpioniere streamten vom 27. bis 30. März Musiker, Kabarettisten und Schriftsteller ihre Performances live aus ihrem Zuhause ins Zuhause der Zuschauer. Das Festival war an eine Crowdfunding-Kampagne geknüpft, bei der das Publikum die Künstlerinnen und Künstler unterstützen konnte.

Hilf deinem Kino

Apropos Streaming: Während viele Unternehmen immense Verluste melden, dürften Streamingdienste von der Corona-Situation profitieren. Das Angebot ist groß und nur einen Klick entfernt. Unterdessen kämpfen die Kinos ums Überleben. Doch wie kann man das Kino im Kiez unterstützen, während es geschlossen bleiben muss? Neben dem Kauf von Gutscheinen kannst du freiwillig Werbung schauen: Einfach auf der Startseite von #hilfdeinemkino das Lieblingskino auswählen und anschließend Trailer anschauen. Deren Ausstrahlung beschert den teilnehmenden Kinos auch dann Einnahmen, wenn’s auf der Leinwand dunkel bleiben muss. Gute Nachricht für alle Binge-Watcher: Je mehr Trailer du schaust, desto mehr Geld geht an das Kino deiner Wahl!

Die Schwachen leiden am meisten

In Wärmestuben bekommen Obdachlose oft die einzige warme Mahlzeit am Tag und in Notunterkünften ein Bett für die Nacht. Viele Einrichtungen haben jedoch geschlossen oder auf Notbetrieb umgestellt – die Ansteckungsgefahr ist zu groß. Auch der Verkauf vieler Obdachlosenzeitungen wurde eingestellt. „Wie immer sind die Ärmsten der Armen betroffen und leiden am meisten unter der Situation", sagte Hubert Ostendorf, Geschäftsführer des Düsseldorfer Obdachlosenmagazins „fiftyfifty" gegenüber der Zeitung Express. Weil in der Landeshauptstadt auch die Tafeln geschlossen sind, engagiert sich die Bürgerstiftung Düsseldorf und hat einen Sonderfonds in Höhe von 50.000 Euro eingerichtet. Mit dem Geld können Wohlfahrtsorganisationen in der Stadt Einkaufsgutscheine kaufen und an Bedürftige verteilen. Außerdem haben Bürger nach dem Vorbild anderer deutscher Städte am Düsseldorfer Rathausufer einen Gabenzaun für Bedürftige eingerichtet: Dort hängen Tüten, die mit Kleidung, Nahrungsmitteln, Hundefutter und Hygieneartikeln gefüllt sind – zur Nachahmung empfohlen.

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