Corona und Krypto: Sicherer Hafen ade?

Published on 14. April 2020
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Corona und Krypto: Sicherer Hafen ade?

Die Corona-Pandemie belastet auch den Bitcoin-Kurs. Ob die Krypto-Währung ihrem Ruf als digitales Gold gerecht wird und worauf Experten dieses Jahr noch hoffen.

Während die Corona-Fallzahlen in vielen Ländern weiter steigen, sinkt die Wirtschaftsleistung vieler Länder drastisch ab. Deutschland wird aus Sicht der Wirtschaftsweisen in eine Rezession rutschen. Im günstigsten Fall sinke das Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent und im schlimmsten um 5,4 Prozent, heißt es in einem Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die führenden Industrienationen haben angesichts der Corona-Pandemie gigantische Konjunkturprogramme ankündigt. Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz sagte in einem Interview : “Ich glaube, man darf in der Krise nicht dagegen sparen, sondern muss eher mit einem Konjunkturprogramm für die gegenteilige Wirkung sorgen.” Japans Regierung verdoppelte zuletzt ihr milliardenschweres Notprogramm. Und auch die chinesische Regierung hat bereits mitgeteilt, vor allem mit massiven Investitionen in die Infrastruktur, die Wirtschaft neu beleben zu wollen.

 

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Epischer Crash

Die Corona-Krise dauert an und die Finanzmärkte sind in einer tiefen Krise. Die globalen Aktienmärkte befinden sich auf Talfahrt und haben bereits einige der größten Verluste seit über einem Jahrzehnt verzeichnet. Neben dem Aktienmarkt spürt auch der Kryptomarkt die Auswirkungen. „Bitcoin ist abgestürzt“ lautete am 12. März die Schlagzeile: Von einem Hoch bei 7.969 US-Doller rauschte die weltweit wichtigste Kryptowährung auf ein Tief von 3.596 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 55 Prozent. Ein epischer Crash, wie Forbes urteilte. Andere Kryptowährungen wie Ripple, IOTA und Ethereum folgten der Achterbahnfahrt von Bitcoin.

Dabei gab es in der recht jungen Geschichte von Bitcoin (BTC) schon einige spektakuläre Kurzabstürze: Bereits am 11. April 2013 platzte eine Bitcoin-Blase und die digitale Währung verlor fast 50 Prozent – der Wert lag damals zeitweilig bei „nur noch“ 130 Dollar.

„Vermögenswert der Zukunft“

Wer beim Crash am 12. März 2020 genau hinhörte, vernahm ein pfeifendes Geräusch: Das war nicht nur die rasante Talfahrt der Kryptowährung. Auch die Story, dass Bitcoin in Krisenzeiten ein „safe haven“ ist, landete in Corona-Zeiten unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Um zu verstehen, warum Bitcoin bis vor kurzem vielen als sicherer Hafen galt, lohnt ein Blick in die junge Krypto-Geschichte: Bitcoin wurde im Jahr 2007 erfunden – während der letzten globalen Finanzkrise. Die Besonderheit der heute weltweit führenden Kryptowährung: das dezentral organisierte Buchungssystem. Eine Währung, die nicht von Regierungen oder Zentralbanken kontrolliert oder reglementiert wird, galt als „Vermögenswert der Zukunft“. Bitcoin war damit eine Möglichkeit für Sparer, ihre Verwundbarkeit gegenüber Zentralbankmaßnahmen zu verringern.

Digitales Gold

Außerdem hieß es in einschlägigen Krypto-Medien, das Asset sei unkorreliert mit anderen Anlageklassen und damit zur Absicherung vor Wirtschaftskrisen geeignet. In diesem Zusammenhang sprechen Analysten auch vom „digitalen Gold". „Ob Bitcoin seinem Ruf als digitales Gold gerecht werden kann und losgelöst von den traditionellen Finanzmärkten handeln kann, bleibt zunächst abzuwarten“, meint nun zum Beispiel Collin Brown, Krypto-Trader und Autor der Website Cryptonewsflash.

Wer glaubt an Krypto?

Fest steht inzwischen: Der Bitcoin-Crash des Jahres 2020 war nicht der erste und wird nicht der letzte sein. Tipp: Einfach mal „Bitcoin-Crash“ in die Suchmaschine eingeben – für fast jedes Jahr, seitdem die Kryptowährung existiert, wird ein Treffer angezeigt. Ein Bitcoin-Investment ist also definitiv nichts für schwache Nerven und vorsichtige Anleger. Wer unsicher ist, ob Bitcoin aktuell ein gutes Asset ist, sollte den Rat von Clem Chambers beherzigen: Der Forbes-Autor bezeichnet Bitcoin als „den volatilsten aller Vermögenswerte“ und schreibt: „Die entscheidende Frage ist: Glauben Sie an Krypto? (…) Wenn Sie nicht fest an Bitcoin glauben, lassen Sie sich nicht darauf ein.“

Heiß ersehntes Bitcoin-Halving

Dabei sollte das Jahr 2020 eigentlich ein gutes für Bitcoin werden: Im Mai 2020 – der genaue Termin ist noch nicht bekannt – steht das „Bitcoin-Halving“ an. Dabei wird die Anzahl der Bitcoins, die alle 10 Minuten in Umlauf kommen (bekannt als Blockbelohnungen), um die Hälfte auf 6,25 von 12,5 sinken. Dieser heiß ersehnte Meilenstein findet alle vier Jahre statt. Vor dem Corona-Ausbruch waren sich Experten einig, dass die Halbierung von Bitcoin die Bewertung der Kryptowährung erhöhen würde. Und zwar durch einen wichtigen Preistreiber, der auch bei Gold greift: Die Knappheit eines Gutes. Zuletzt war die Rede davon, dass das „Halving“, den Bitcoin-Wert über die magische Grenze von 10.000 Dollar pushen könnte. " In der Vergangenheit hat die Halbierung der Belohnungen zu einer enormen Wertsteigerung für Bitcoin und andere Kryptowährungen geführt", sagte Brandon Mintz, CEO des Bitcoin-Geldautomatenanbieters Bitcoin Depot, gegenüber coindesk.com.

Doch die Corona-Pandemie verändert alles – und macht die im Mai anstehende Halbierung für Finanzexperten und Investoren zum großen Rätsel: „Was werden die Auswirkungen auf die künftige Preisentwicklung von BTC sein?“ lautet die bange Frage. Die Antwort gibt allein die Zukunft.

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