Finanzblogs: Erst lesen, dann investieren

Published on 11. November 2019
Kategorien:

Finanzblogs: Erst lesen, dann investieren

Finanznachrichten lösen bei dir einen Gähnreflex aus? Probier’s mal mit Finanzblogs. Wie dir die persönlichen Geldstorys bei Finanzentscheidungen helfen können und was seriöse Finanzblogs ausmacht, erfährst du hier.

Prinzessin, Popstar, Profi-Fußballer. Die Kinderzimmerträume haben Konkurrenz bekommen und lauten heute: Blogger, Influencer, Social Media-Star. Internet-Promis wie Bibi, Dagi Bee oder Rezo haben Millionen treue Fans. Das Internet macht Berühmtsein für alle möglich: ein Computer, eine Kamera und einen Internetanschluss reichen, um an der eigenen Social-Media-Karriere zu stricken.

Mit Internet-Blogs fing alles an: Das Tagebuchschreiben wurde kurzerhand in die digitale Öffentlichkeit verlegt und Blogs wurden schnell zum vielgeklickten Internet-Phänomen, auch in Deutschland. Der Duden nahm das Wort „bloggen“ erstmals 2006 in die Rechtschreibbibel auf und – fun fact – inzwischen gehört es sogar zum Wortschatz des Goethe-Zertifikats B1. Im Duden findet sich übrigens auch die Antwort auf die Frage, ob es „der“ oder „das“ Blog heißt. Das Urteil der Rechtschreibexperten: Beides ist möglich. Auf den Blogger-Hype folgten Youtuber, Instagrammer und Influencer, die ganz selbstverständlich verschiedene Social-Media-Kanäle bespielen. Erfolgreiche Internet-Promis lesen auf Poetry-Slam-Meisterschaften wie dem Slam! 2019 in Berlin, treten im Fernsehen auf oder schreiben – fast schon retro – Kolumnen in Zeitschriften.

Ehrentag für Blogger

Was war nochmal am 13. November? Wer auf einen historischen Jahrestag der Wiedervereinigung oder Ähnliches tippt, liegt falsch: Dieser Tag ist nicht nur der „Bring-ein-Gerücht-in-den-Umlauf-Tag“ (zumindest in den USA), sondern auch der internationale Ehrentag aller Blogger. Ob Literaturblog mit Krimirezensionen, Computerblog zum Thema Phishing, Gourmetblog über naturvergorene Weine oder Medizinblog, der sich mit Ergonomie am Arbeitsplatz beschäftigt: Es gibt fast nichts, über das nicht gebloggt wird. Wer sich einen Überblick darüber verschaffen will, was in der Blog-Welt gerade angesagt ist, kann sich auf „bloggerei.de“ informieren: Dort findet sich eine Top-100-Liste, die alle zehn Minuten aktualisiert wird.

Feuer und Flamme für Finanzthemen

Wer vom Bloggen leben will, sollte dabei nicht nur für sein Lieblingsthema Feuer und Flamme sein: Er oder sie braucht auch einen langen Atem und muss bereit sein, viel Zeit ins Bloggen zu investieren. „Dranbleiben. Ausrufezeichen“ rät zum Beispiel Susanne Ackstaller, die als „Texterella“ seit 2009 bloggt und eine der ersten deutschen Lifestyle-Bloggerinnen war. Nach einem beherzten Start – „einfach anfangen“ – sei es wichtig, regelmäßig tolle Texte zu schreiben und stimmungsvolle Bilder fotografieren, so Susanne Ackstaller.

Klartext statt Börsensprech

Verständlich, mitten aus dem Leben und immer auf Augenhöhe mit den Lesern: Das universell gültige Blogger-Erfolgsrezept kommt auch bei Finanzblogs zum Tragen. So spricht beispielsweise „DIY-Investor“ Axel Kalthoff seine Leserinnen und Leser persönlich und individuell mit einem breiten Themenmix an. Dabei geht es zum Beispiel um die Finanzierung der ersten Eigentumswohnung oder um Ideen für Leerverkäufe.

Fundiertes Wissen, preisgekrönt

Neben der Leidenschaft für Themen rund ums liebe Geld bringen viele Finanzblogger einen soliden Hintergrund mit: Axel Kalthoff, Blog-Motto „Übernimm die Kontrolle über deine Investments und werde finanziell unabhängig“, ist beispielsweise studierter Wirtschaftsingenieur und ausgebildeter Finanzanalyst. Bastian Glaser, Autor und Inhaber des Blogs Talerbox hat einen Master in Management mit Spezialisierung auf Finanzen. Die Talerbox-Mischung aus Erklär-Videos und Texten zu Themen wie Crowdinvesting oder Rente mit 40 überzeugte bereits eine unabhängige Expertenjury: Der Blog gewann 2018 den ersten Preis bei den comdirect Finanzblog Awards. Auch Leserliebling Tim Schäfer, der mit seinen Berichten von der Wall Street den Publikumspreis gewann, ist ausgebildeter Aktienanalyst. Der Finanzblog des Wahl-New Yorkers nimmt außerdem den Spitzenplatz unter den Top Ten Finanzblogs ein, die die Seite Finanzblog News anhand von Performance Daten beantwortet. Während viele (Finanz)-Blogs kommen und gehen, hat Schäfer erfolgreich einen langen Atem bewiesen: Er bloggt seit 2008 und betreibt damit laut Finanzblogroll den ältesten deutschen Finanzblog.

Bloggers Liebling: Mit 40 in Rente

Sparen ist langweilig, spannend wird’s erst, wenn ein bestimmtes Ziel damit verbunden wird – zum Beispiel mit 40 in Rente zu gehen und dem Job-Alltag früh Adieu zu sagen. Frugalisten nennen sich die Anhänger dieser Bewegung und sind ein vielgelesenes Blog-Phänomen: Dementsprechend landet „Frugalisten“ in der Top 10-Liste von Finanzblog News auf dem dritten Rang. In dem Blog berichtet der Software-Entwickler Oliver darüber, wie er rund 70 Prozent seines Einkommens spart und „dabei auch noch richtig Spaß“ hat. Dass Finanzthemen spannend statt dröge sein können, zeigen auch Blogs mit Namen wie Finanzrocker oder Freaky Finance, die es auf die Shortlist des diesjährigen Finanzblog Awards geschafft haben.

Trendthema Frauen und Geld

Schminktipps geben und über die neuesten Ernährungstrends bloggen, war gestern: Frauen mit einem Gespür für Trends schreiben heute über Finanzen. Früher völlig unter dem Radar ist das Thema inzwischen „everybody‘s darling“. So gewann der Blog Fortunalista 2018 bei den Finanzblog Awards den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz. Margarethe Hönisch bereitet darin nicht nur Finanzthemen „detailliert, fesselnd und emotional“ für das weibliche Publikum auf, sie vernetzt sich via Social Media auch mit ihren Leserinnen und Lesern. Ein weiterer Blog, der sich mit dem Thema Frauen und Finanzen beschäftigt, ist Geldfrau. Die Seite der Wirtschaftsjournalistin Dani Parthum mit „guten Geldregeln“ für Frauen liegt laut Finanzblog News (Stand 1. 11. 2019) auf Rang acht der beliebtesten Finanzblogs Deutschland.

Subjektive Sichtweise

Wichtig: Seriöse Finanzblogger weisen darauf hin, dass es sich bei den Berichten um eine subjektive Sichtweise handelt, nicht um eine Empfehlung, diese oder jene Aktie zu kaufen. DIY-Investor Kalkhoff schreibt beispielsweise in einem Text zum Thema Kryptowährungen, dass es sich um eine Zusammenfassung „auf Basis meines aktuellen Wissenstands“ handelt. Affiliate Links, bezahlte Gastbeiträge (sponsored content) oder sonstige kommerzielle Kooperationen sollten zudem immer klar ausgewiesen sein. Eine persönliche Bankberatung können (und sollen) die Finanzblogs nicht ersetzen. Trotzdem kannst du als Leserin oder Leser die Infos aus den Blogbeiträgen in deine Überlegungen einfließen lassen und daraus Schlüsse für deine persönlichen Finanzentscheidungen ziehen. Finanzblogs setzen dabei nicht nur auf die Erfahrungen und Einschätzungen des jeweiligen Autors, sondern auch auf das Prinzip Schwarmintelligenz: Nutzer können Kommentare zu den geposteten Artikeln abgeben und sich mit dem Autor oder auch untereinander austauschen.

Ob Newbie oder Topchecker: Finanzblogs motivieren, das Thema Geldanlage informiert anzugehen und am Ball zu bleiben. Und sie machen dich Schritt für Schritt finanzschlau. Denn Wissen ist Geld wert – oder wie es Geldfrau Dani Parthum formuliert: „Geld bleibt nur bei denen, die sich selbst um ihr Geld kümmern.“

Disclaimer
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte dieser Aussendung. Für den Inhalt verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Soweit wir Ihnen steuerliche oder rechtliche Informationen liefern, stellen diese keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Produkte oder Dienstleistungen zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Produkte oder deren Emittenten, Dienstleister oder Anbieter explizit erwähnt werden. Sofern die Inhalte und Informationen von Dritten zur Verfügung gestellt wurden bzw. Meinungen Dritter wiedergegeben werden, müssen diese nicht mit unserer Auffassung im Einklang, sondern können sogar im Widerspruch hierzu stehen. Bei Fragen zu rechtlichen oder steuerlichen Auswirkungen im Einzelfall wenden Sie sich bitte in jedem Fall vorher an Ihren Rechts- oder Steuerberater.