Kryptowährungen verstehen: Bitcoin

27.04.21
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Kryptowährungen ver­stehen: Bitcoin

Bitcoin ist (weiter) King. Die Kryptowährung stellt ständig neue Rekorde auf – und stresst mit kräftigen Kursschwankungen. Wer in Sachen Bitcoin klarer sehen will: Alle relevanten Infos und spannende Q&As.

Wer Krypto sagt, meint Bitcoin. Das zeigt sich zum einen daran, dass sämtliche Kryptowährungen, die als Alternative zum Bitcoin (BTC) gehandelt werden, unter dem Begriff „Altcoins“ (für Alternative Coins) firmieren. Die älteste Kryptowährung ist nach Marktkapitalisierung mit 1,18 Billionen US-Dollar (13.April 2021) auch weiterhin die größte. Und Bitcoin ist schneller zum Mainstream geworden als erwartet. Nach Tesla wollen nun PayPal, Visa und Mastercard Kryptowährungen wie Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Noch Fragen? Willkommen bei unserem Bitcoin-FAQ!

Bitcoin: Wer hat’s erfunden?

Bitcoin wurde während der letzten globalen Finanzkrise von Satoshi Nakamoto erfunden – hinter dem Pseudonym verbergen sich vermutlich mehrere Bitcoin-Erfinder. Als Geburtsstunde gelten der 31. Oktober 2008, der Tag an dem Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Whitepaper „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ veröffentlichte, sowie der 3. Januar 2009: An diesem Datum wurde der erste Bitcoin-Block, „Genesis-Block“ oder „Block Zero“ genannt, erstellt. Die Vorteile von Bitcoin nach dem Willen ihrer Erfinder sind Benutzerunabhängigkeit, Transparenz, Sicherheit und ein Peer-to-Peer-Fokus. Die Besonderheit der ersten Kryptowährung der Welt war die dezentrale Technologie dahinter, die Blockchain.

Bitcoin oder Blockchain?

Kein Bitcoin ohne Blockchain. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt, um eine Art Logbuch, das von unzähligen Rechnern über ein Peer-to-Peer-Netzwerk geführt wird. In der Praxis bedeutet das: Internetnutzer verbinden ihre Rechner über ein kryptografisches Verfahren miteinander und schaffen so ein globales Rechnernetzwerk. Wie der Name andeutet, besteht die Blockchain aus miteinander verketteten Datenblöcken. Die Blöcke enthalten digitale Informationen, zum Beispiel Bitcoin-Transaktionen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Beim sogenannten Mining wird wie in einem Bergwerk stetig neue digitale Währung geschürft – und zwar durch Rechenprozesse, die so aufwändig sind, dass ein Bitcoin gar nicht so einfach zu bekommen ist und als knappes Gut seinen Preis erhält. Bitcoin-Miner verwenden dafür hochspezialisierte Computer, die mit dem Kryptowährungsnetzwerk verbunden sind. Die Rechenleistung wird zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk zur Verfügung gestellt. Belohnt wird die aufgewendete Arbeit (engl. „Proof of Work“) auch, und zwar mit Bitcoin. Für jeden neuen Block in der Blockchain ist eine bestimmte Menge an Bitcoin vorgesehen. Dabei kommt es ungefähr alle vier Jahre zu einem Halving: Die Menge der Bitcoin, die für einen Block ausgegeben werden, wird alle 210.000 Blöcke halbiert.

Welche Vorteile bietet Proof of Work?

Der Vorteil des durch das Protokoll abgesicherten „Proof of Work“-Konsensusalgorithmus ist, dass keinem Teilnehmer niemand ein Bitcoin mehrmals zugewiesen sein kann. Durch schiere Rechenleistung werden böswillige Aktivitäten, die die Stabilität des Netzwerks beeinträchtigen könnten, unterbunden. Das Protokoll muss dabei ineffizient sein, um sicher zu sein. Wenn das Mining effizient wäre, dann wäre es für „Einzelne oder eine konspirative Gruppe von Akteuren leicht, das Netzwerk zu hacken“, heißt es am Cambridge Center for Alternative Finance.

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Welche Nachteile hat PoW?

Der Nachteil des rechenleistungsintensiven Finanzbuchhaltungssystems von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die auf der „Proof of Work"-Methode basieren, ist das Schneckentempo. Die Bitcoin-Bestätigungszeit – das ist die Zeit, die es braucht, um einen Block von Bitcoin-Transaktionen zu „minen“ – lag im März 2021 durchschnittlich bei über 10 Minuten.

Bitcoin: Alles im grünen Bereich?

Proof-of-Work und Mining sorgen für einen gewaltigen Energiehunger: Waren es bei der Messung am 15.02.2021 laut Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index 119 Terrawatt Stunden Strom (TWh), die die Bitcoin-Blockchain pro Jahr verbraucht, könnten es 2024 bereits 297 Terrawatt Stunden sein – und zwar allein in China, warnt eine Untersuchung von Kryptoökonomen der nationalen Wissenschaftsakademie in Peking. Rund 75 % des weltweiten Bitcoin-Minings findet in China statt, wo es billigen Strom und einfachen Zugang zu Herstellern gibt, die spezialisierte Hardware herstellen, so die Studie. Die chinesischen Wissenschaftler äußern in dem „Nature Communications“-Artikel die Sorge vor einem Klima-Gau, verursacht durch heimische Bitcoin-Bergwerker.

Bitcoins ohne Ende?

21.000.000 BTC. Das ist das maximale Angebot an Bitcoin. Auch die Begrenzung der Anzahl ist eine (von deren Erfindern vorgesehene und im Code festgelegte) Besonderheit. Die sogenannte deflationäre Beschaffenheit macht die Geldmenge vorhersehbar und unabhängig von menschlichen Entscheidungen – anders als bei Fiat-Geld wie US-Dollar. Bitcoins werden mit einer abnehmenden und vorhersehbaren Rate erstellt. Am 19. April 2021 lag das Gesamt-Bitcoin-Angebot bei rund 18,69 Millionen.

Wie funktioniert das Bitcoin-Halving?

Die Anzahl der neuen Bitcoins, die für abgeschlossene Blöcke erstellt werden, halbiert sich alle 210.000 Blöcke, bis die Bitcoin-Ausgabe mit einer Gesamtzahl von 21 Millionen existierenden Bitcoins zum Stillstand kommt. Das letzte sogenannte Halving fand im Mai 2020 statt: Dabei wurde die Gesamtzahl der von Minern pro Block geschürften Bitcoin von 12,5 auf 6,25 BTC reduziert. Die Halbierung der Belohnungen sorgt für eine Angebotsverknappung – und ist einer der wichtigsten Preistreiber für den Bitcoin-Kurs, meinen Experten wie Tom Lee von Fundstrat Global Advisors.

Was sind eigentlich Bitcoin-Forks?

Aus dem Stamm der Mutter aller Kryptowährungen sind inzwischen einige „Gabelungen“ entstanden. Die Abspaltungen im Bitcoin-Netzwerk sind das Resultat der Struktur des Blockchain-Systems, das ohne eine zentrale Autorität arbeitet. Dabei unterscheidet man zwischen Hard und Soft Fork. Erstere ist laut Amy Castor von Coindesk.com „ein Software-Upgrade, das eine neue Regel in das Netzwerk einführt, die nicht mit der älteren Software kompatibel ist.“ Eine Hard Fork kam man sich als eine Erweiterung der Regeln vorstellen. Im Unterschied dazu ist eine Soft Fork abwärtskompatibel. „Statt 1MB Blöcke, könnte eine neue Regel nur 500K Blöcke erlauben“, nennt Castor ein Beispiel. Eine Liste aller Bitcoin-Forks – dazu zählen zum Beispiel Bitcoin Cash und Bitcoin Gold – findet sich beispielsweise bei forkdrop.io.

Verkaufen, halten oder neu einsteigen?

Die Bitcoin-Geschichte ist nicht nur voller märchenhafter Kursanstiege, sondern auch geprägt von spektakulären Tiefpunkten. So lautete zum Beispiel Ende Januar 2021 bei Forbes.com die Schlagzeile: „Bitcoin ist abgestürzt. Ist das das Ende?“ Von einem Hoch bei 41,962 US-Dollar rutschte die Kryptowährung auf 31.265 Dollar, ein Rückgang von mehr als 25 %. Während Bitcoin in den vergangenen sechs Monaten inmitten einer Hausse fast 500 % nach oben geklettert ist, gilt nach wie vor, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen riskante Geldanlagen sind, da sie im Kurs teils erheblich schwanken. So warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Verbraucher: „Sie sollten sich nicht von den in der jüngeren Vergangenheit zu verzeichnenden Preisanstiegen bekannter Kryptowährungen wie etwa Bitcoin, Ether, Ripple, Bitcoin Cash und Litecoin blenden lassen.“

Bitcoin: Wie geht’s weiter?

Der „Bitcoin Outlook“ der Nachrichtenagentur Bloomberg geht von einer goldenen Zukunft der Kryptowährung aus. Die Bloomberg-Experten halten es für möglich, dass BTC bis zum Jahr 2025 auf einen Wert von über 100.000 US-Dollar ansteigt.

Auch Großbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs steigen mit neuen Bitcoin-Investmentprodukten tiefer in die Welt der digitalen Vermögenswerte ein. Goldman kündigte im April 2021 an, mehrere Anlageprodukte für Kryptowährungen anzubieten, aufgrund der Nachfrage „einer großen Anzahl von Kunden.“ Morgan Stanley will seinen Kunden als erste US-Bank Zugang zu drei Fonds, die den Besitz von Bitcoin ermöglichen, anbieten. Das rasante Tempo der Akzeptanz an der Wall Street spiegelt dabei wider, was der Chief Investment Officer des Soros Fund Management, Dawn Fitzpatrick, als „Wendepunkt“ identifiziert hat.

Wer jetzt unsicher ist, ob ein Bitcoin-Investment aktuell noch das Richtige ist, sollte den Rat von Clem Chambers beherzigen. Der Autor des Buches „Trading Cryptocurrencies: A Beginner’s Guide“ schreibt im Forbes-Blog zu Bitcoin: „Sie sollten niemals eine Einzelposition halten, bei der Sie nicht verschmerzen können, wenn sie sinkt. Alles, was über 5 % Ihres Nettovermögens liegt, ist zu viel, und alles, was über 10 % liegt, muss sehr sorgfältig geprüft werden.“

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