Was kostet das Leben?

Published on 25. September 2018
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Was kostet das Leben?

Monat für Monat zahlen wir Miete, Strom, Internet, Haftpflichtversicherung und vieles mehr. Laufende Kosten begleichen wir per Lastschrift, so müssen wir uns schließlich um nichts kümmern – und nicht dabei zusehen, wie das Geld verschwindet. Zu guter Letzt wundern wir uns aber doch, wo das ganze Geld hin ist.

Durchschnittliche Ausgaben nach Haushaltsgröße

Wir wollten wissen, wie viel Ottonormalverbraucher im Monat für Wohnen, Versicherungen, Lebensmittel und Co. ausgibt, und haben uns auf die Suche nach den entsprechenden Statistiken gemacht.

Wie hoch die durchschnittlichen Konsumausgaben privater Haushalte im Jahr 2016 waren, seht ihr in der nachfolgenden Tabelle. Die Daten sind Ergebnisse der Laufenden Wirtschaftsrechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Ausgaben Alleinlebende Alleinerziehende Paare ohne Kind Paare mit Kind(ern)
Nahrungsmittel 198 € 307 € 403 € 510€
Wohnen, Energie 645 € 723 € 1.015 € 1.095 €
Bekleidung 61 € 110 € 118 € 181 €
Innenausstattung, Haushaltsgeräte 77 €  91 € 216 € 201 €
Gesundheit 66 € 58 € 146 € 97 €
Verkehr, Transport 179 € 178 € 384 € 497 €
Telekommunikation 46 € 65 € 65 € 82 €
Freizeit, Unterhaltung, Kultur 166 € 190 € 314 € 346 €
Bildung 6 € (39 €) 6 € 65 €
Unterkünfte, Gaststätten 86 € 90 € 189 € 196 €
andere Waren und Dienstleistungen 62 € 84 € 107 € 120 €

 

Bei den Angaben handelt es sich um durchschnittliche Werte. Während beispielsweise Personen, die in ländlichen Gebieten leben und auf ein Auto angewiesen sind, viel Geld in den Transport investieren, zahlen Großstädter hier um einiges weniger, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad anstelle eines Autos nutzen. Ebensolche Verschiebungen sind natürlich auch bei anderen Ausgaben möglich.

Deutschland im EU-Vergleich

Was das Preisniveau angeht, liegt Deutschland laut einer Studie von Destatis fünf Prozent über dem EU-Durchschnitt. Stellt man das Preisniveau in Relation zu dem durchschnittlichen Nettoeinkommen, kann Ottonormalverbraucher hierzulande im Vergleich zu manch anderem Land ganz gut leben.

© Twitter Post von Destatis

Was kostet ein Kind?

Eine Publikation von Destatis zeigt, wie hoch die monatlichen Ausgaben für Kinder sind. 2013 lag der prozentuale Anteil an den Konsumausgaben für ein Kind je nach Alter des Kindes bei Paaren zwischen 20 und 24 Prozent und bei Alleinerziehenden zwischen 33 und 37 Prozent. Wenig überraschend sieht man hier mal wieder deutlich die finanzielle Belastung für Alleinerziehende.

 

Die monatlichen privaten Konsumausgaben für Kinder unter 6 Jahren lagen 2013 durchschnittlich bei 587 Euro bei Paaren und 503 Euro bei Alleinerziehenden. Je älter die Sprösslinge werden, desto teurer werden sie auch. Der äußere Einfluss beeinträchtigt die Wünsche der Kinder: Kleidung der derzeit angesagten Marke, das neueste Handy, Computerspiele oder Konzertbesuche. Was es auch sein mag, für Kinder zwischen zwölf und 18 Jahren fielen monatlich durchschnittlich 784 Euro für Paare und 691 Euro für Alleinerziehende an.

Bequeme Lastschriftzahlung oder versteckte Kosten?

Monatlichen Fixkosten begleichen wir meist per Lastschrift. Das ist nicht nur komfortabel, sondern verhindert zudem unbeabsichtigte Zahlungsausfälle. Gleichzeit tragen Lastschriftzahlungen aber auch dazu bei, dass wir den Überblick verlieren.

Es gibt diese Beträge, die Monat für Monat von unserem Konto abgehen, ohne dass wir ihnen große Beachtung schenken. Mobilfunkkosten beispielsweise. Der Vertrag, den wir bereits seit Jahren haben, und der uns einen Umfang bietet, den wir auch für die Hälfte der Kosten haben könnten.

 

Ganz vorne mit dabei sind auch Versicherungen. Bereits 2006 war Deutschland im EU-weiten Vergleich mit mehr als 43 Millionen Euro ganz vorne mit dabei, wenn es um die gesamten Konsumausgaben der Haushalte für Versicherungen ging. 2009 zahlte der durchschnittliche Deutsche laut Statista noch 85 Euro im Monat an unterschiedlichen Versicherungen, 2016 waren es bereits 121 Euro. Dabei fließt der Großteil des Geldes in Lebensversicherungen, gefolgt von Schadens- und Unfallversicherungen.

Habt auch ihr diese Verträge, die euch seit geraumer Zeit begleiten? Mit Vertragsassistenten wie Volders könnt ihr überprüfen, ob ihr für die erhaltene Leistung zu viel zahlt.

Ausgaben damals und heute

Wir wissen nun, wofür wir unser Geld ausgeben, und was wir in der Zukunft besser machen können, haben wir auch gelernt. Doch wie sah es in der Vergangenheit aus? Wie hat sich unser Zahlungsverhalten in den letzten Jahren verändert?

1970 lag der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel laut Statista bei 24,5 Prozent. Die Kosten für Wohnen, Strom, Wasser und Gas lagen mit einem Anteil von 17,6 Prozent etwas abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Wohnraum war damals verhältnismäßig günstig, dafür lag vor 48 Jahren der Anteil der Konsumausgaben für Kleidung fast doppelt so hoch wie 2017. Allerdings besaß Ottonormal viel weniger, denn an seinen Kleidungsstücken erfreute er sich umso länger. Dass damals qualitativ hochwertigere Ware gekauft wurde, lag aber nicht unbedingt daran, dass die Ottos und Normalos der wilden 70er unbedingt mehr Geld ausgeben wollten, sondern vielmehr an mangelnden Alternativen.

Heute ist es quasi andersrum: Der Anteil an Kosten für Nahrungsmittel beträgt nur noch 13,8 Prozent. Wir geben mehr Geld für Transport und Nachrichtenübermittlung aus, als für Nahrungsmittel. Das meiste Geld fließt mit einem Anteil von 23,5 Prozent (wenig überraschend) in unser Zuhause.

Dass Mietpreise rasant steigen, ist nichts Neues und ebenso steigen die Stromkosten. Die durchschnittliche Stromrechnung eines 3-Personen-Haushaltes betrug im Jahr 2000 40,66 Euro im Monat – heute sind es 85,90 Euro.

Lieber mehr statt gut?

Der Blick in die Statistiken führt uns zudem eine eher unschöne Wahrheit vor Augen: In der Masse gesehen setzen wir heute auf Quantität statt Qualität, und nicht nur bei Nahrungsmitteln leben wir eine „Konsum ist geil“-Mentalität. Wir beschweren uns über steigende Milchpreise, obwohl diese in Deutschland weit unter dem Durchschnitt liegen, und wir kaufen billige, genetisch veränderte Produkte, gerne auch mit Pestiziden, importiert vom anderen Ende Europas. Und das so gesparte Geld? Das stecken wir in Dinge, die wir eigentlich nicht wirklich brauchen.

Plötzlich weniger Miete zu zahlen wird schwer, wenn nicht gerade ein Umzug ansteht. Wer aber seine anderen Ausgaben optimieren oder minimieren möchte, findet in unserer Community nützliche Spartipps.